Klein, fein und digital

In diesem Jahr wird die Kieler Woche ganz im Zeichen der Segler stehen – ein paar Besonderheiten wie kleine Live-Konzerte und Streams sind dennoch auch für 2020 geplant. Foto: Sascha Klahn

Kiel. Vom 5. bis 13. September geht die Kieler Woche zu ihren Wurzeln zurück. Das Programm, das das Kieler-Woche-Büro gemeinsam mit dem Kieler Yacht-Club, der Digitalen Woche Kiel und der Marine entwickelt hat, wagt den Spagat zwischen Infektionsschutz und Rückkehr zu realen Erlebnissen.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer macht deutlich: „Wir freuen uns auf die Kieler Woche und wollen ein Zeichen der Verantwortung für die Gesellschaft und den Sport in einer so turbulenten und unsicheren Zeit setzen – deshalb werden wir aber nicht unvernünftig. Mit unserem umfassenden Hygiene- und Sicherheitskonzept stellen wir einen größtmöglichen Infektionsschutz sicher.“ Gleichzeitig seien sich alle Beteiligten einig, dass es auch zu neuen Einschränkungen kommen kann: „Einen Abbruch oder eine Absage der Kieler Woche oder einzelner Veranstaltungen schließen wir bei veränderter Corona-Lage ausdrücklich nicht aus.“

Die großen und frei zugänglichen Veranstaltungsflächen wird es nicht geben. Auch die Kiellinie entfällt als Veranstaltungsfläche. Stattdessen setzt die „KiWo“ neben dem hochklassigen Segelprogramm auf neue digitale Formate und Veranstaltungen mit kleiner Zuschauerzahl. Für alle dezentralen Flächen, die „umsonst und draußen“ sind, gelten einheitliche Sicherheits- und Hygieneregeln zum größtmöglichen Schutz vor Infektionen. So richtet sich die Anzahl der Gäste nach den Kapazitäten der jeweiligen Flächen sowie den aktuellen Regelungen des Landes Schleswig-Holstein. Die maximalen Besucherzahlen pro Areal liegen zwischen 150 und 500 Personen.

Das Kieler-Woche-Büro koordiniert zudem ein einheitliches und barrierearmes Reservierungssystem mit Datenerfassung der Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller angemeldeten Gäste. Diese Daten werden beim Zutritt auf die Fläche durch Sicherheitspersonal mit dem Personalausweis oder Führerschein abgeglichen. Die Tickets können online oder telefonisch ausschließlich vorab reserviert werden, spontane freie Plätze wird es vor Ort nicht geben. Alle Veranstaltungsareale werden großräumig abgezäunt und blickdicht verhängt. Alle Ein- und Ausgänge sowie der Außenbereich werden zu jeder Zeit der Veranstaltung durch Sicherheitspersonal gesichert. Zudem werden Abstandsregelungen kontrolliert, außerhalb der Sitzplätze muss eine Alltagsmaske getragen werden. Die Areale schließen in den Abendstunden um spätestens 22 Uhr. Zwischen den einzelnen Flächen wird es „im Lauf“ keine zusätzlichen Attraktionen geben.

Auch das Segelprogramm hat es in sich – allerdings gibt es auch hier Teilnahme-Obergrenzen, Hygienevorschriften, Abstandsregeln und Einreisevorschriften. Zuschauer sind im Olympiazentrum Schilksee nicht zugelassen. Segelfans können die Regatten aber per Livestream im Kieler-Woche-TV miterleben. Und auf www.kiel.live wird ab dem 4. September täglich ein vielfältiges Programm mit Musikauftritten, Lesungen und Interviews live ausgestrahlt.

Außerdem können die Kieler-Woche-Besucher in diesem Jahr Livemusik auf der Freilichtbühne Krusenkoppel und am Bootshafen erleben. Zudem wird Live-Musik auch in den Schloßgarten, auf den Rathausplatz und auf das Segelkino auf der Förde übertragen.

Alle Höhepunkte sollen am 26. August in einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.kieler-woche.de und www.digitalewochekiel.de