„Kabale & Liebe“ an der Kieler Förde

Daniel Karasek und die Hamburger Band "Kettcar", die die Musik zu "Kabale und Liebe" geschrieben hat. Foto: Olaf Struck

Theater Kiel spielt Schiller auf dem MFG5-Gelände – Premiere am 12. August

Kiel-Holtenau. Um ein Jahr hat sich die beliebte Open-Air-Inszenierung pandemiebedingt verschoben, jetzt soll die Premiere von Friedrich Schillers „Kabale & Liebe“ in einer modernen Fassung und mit vielen dafür exklusiv komponierten Songs der Band Kettcar im August stattfinden.

„Ich bin so froh, dass wir endlich spielen können.“ Kiels Generalintendant Daniel Karasek ist erleichtert, dass es endlich losgehen kann. Gut ein Drittel des Klassikers, dem Dramaturg Jens Paulsen ein neues, modernes Gewand verpasst hat, steht schon, die Probenarbeiten in der Neuen Salzhalle auf dem Seefischmarkt laufen. „Die Musik von Kettcar ist so inspirierend, alle haben gute Laune“, plaudert der Theaterchef aus dem Nähkästchen.

Dies ist bereits die zweite Zusammenarbeit der Hamburger Band und des Kieler Theaters, 2016 hatten die Bandmitglieder Marcus Wiebusch und Reimer Bustorf bereits die Musik zu Paulsens Version von Schillers „Die Räuber“ geschrieben. „Als Jens Paulsen 2019 wieder auf uns zu kam, um uns ins Boot zu holen, dachten wir erst ,ach, nö, nicht schon wieder Schiller’. Doch dann hat er uns überzeugt“, so Reimer Bustorff. Die Fassung ist eng an der Musik, die Texte modern. „Ich finde, wir haben da was echt Gutes hinbekommen“, ist Bustorf überzeugt. Auch wenn die Musik ganz anders ist als bei den „Räubern“, werden Fans den Kettcar-Sound erkennen und können gleichzeitig drei Fünftel der Band bei jeder Vorstellung live auf der Seitenbühne erleben.

Die Bühnengestaltung kommt auch in diesem Jahr von Lars Peter, und auch auf die beliebten Videosequenzen muss das Publikum nicht verzichten. Diese werden aktuell produziert, dafür hat sich das Theater Kiel Unterstützung von der Flensburger Förde geholt. Alles andere bleibt fest in Kieler Hand – das Theater Kiel hat nicht nur viele finanzielle Unterstützer aus der Kieler Wirtschaft, sondern setzt auch in Punkto Catering auf regionale Partner wie unter anderem Lille Bräu und Moby. Da die Veranstaltungsfläche bereits eine Stunde vor Beginn öffnet, können sich die Besucher genügend stärken, um dann die tragische Liebesgeschichte zwischen Ferdinand und Luise in den wirren Machtstrukturen eines diktatorischen Staates zu erleben.

500 Zuschauer finden pro Vorstellung auf dem bereits im Herbst erprobten Schachbrettmuster-Sitzplan Platz, die Spielstätte ist mit dem ÖPNV erreichbar. Ob es wie in den vergangenen Jahren einen Open-Air-Live-Stream in die Kieler Stadtteile geben wird, steht noch nicht fest.vmn

Premiere am 12. August, 20.30 Uhr, Karten voraussichtlich ab Juni an der Theaterkasse, unter Tel. 0431/901901 oder unter www.theater-kiel.de