Jetzt sind Visionen gefragt

Der ehemalige Hubschrauber-Flugplatz ist nur ein Teil des Geländes. Auch zahlreiche weitere, zum Teil denkmalgeschütze Gebäude und allein rund 26 Hektar Wald gehören dazu. Foto: LH KIel / Bodo Quante

Kiel kann mit der Planung eines neuen Quartiers im Stadteil Holtenau beginnen

Kiel. Es ist ein Sahnestück der Stadtentwicklung: direkt an der Förde, mit Blick auf die Ostsee, 70 Hektar groß, mit 26 Hektar Wald, einem beachtlichen Baumbestand und mit bemerkenswerten denkmalgeschützten Gebäuden. Bisher gehörte diese zentrale Fläche von Holtenau Ost – das ehemalige Areal des Marinefliegergeschwaders 5 (MFG-5-Areal) – der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), dem zentralen Immobilienunternehmen des Bundes. „Jetzt sind wir die Eigentümerin, und wir sind stolz darauf“, sagte Kiels Überbürgermeister Ulf Kämpfer im Rahmen der situationsbedingten Online-Pressekonferenz anlässlich der Unterzeichnung des Kaufvertrags vor wenigen Tagen.

Rund eineinhalb Jahre hatten die Verhandlungen gedauert, bevor Ulf Kämpfer und Raymund Karg, Leiter der BImA-Hauptstelle Verkauf in Rostock, ihre Namen unter den Vertrag setzten. Ulf Kämpfer weiter: „Sieben Jahre nach dem Abzug des MFG 5 aus Schleswig-Holstein eröffnet sich mit dem Eigentumserwerb für die Stadt die Chance, auf dem Areal im Osten Holtenaus erneut Geschichte zu schreiben – ein Stück Zukunftsgeschichte Kiels. Hier bauen wir das Kiel des 21. Jahrhunderts! Den Kaufpreis von 30 Millionen Euro muss die Stadt zum Glück nicht allein stemmen, im Rahmen der Städtebauförderung unterstützen Bund und Land.“

Auf der Fläche soll nach mehr als 100 Jahren militärischer Nutzung ein gemischt genutztes Gebiet mit Wohnen, Gewerbe, Freizeit, Tourismus und Sportmöglichkeiten direkt am Wasser entstehen. Vorgesehen sind rund 1800 Wohneinheiten, 30 Prozent davon im sozial gebundenen Wohnungsbau. 2021 wird die Stadt Kiel einen Planungswettbewerb ausschreiben, der möglicherweise auch das benachbarte Gebiet vom Tonnenhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Ostsee gleich mit einbezieht – es steht bereits fest, dass der Tonnenhof geschlossen und in den Plüschowhafen verlegt wird. Anschließend kauft die Stadt Kiel das frei gewordene Gelände ebenfalls.

Bis das neue Stadtquartier erkennbare Formen angenommen hat, wird es aber noch sicher einige Jahre dauern. Unter anderem müssen zunächst zahlreiche Gebäude abgerissen und versiegelte Flächen geöffnet werden, auch Schadstoffentsorgung und Bodensanierungen stehen erst mal oben auf der To-do-Liste, bevor der erste Schritt zum Neuaufbau gemacht werden kann.

Weitere Infos zum ganzen Projekt unter www.kiel.de/mfg5