Interaktiver Spaß für Senioren

Gesa Rogowski von der Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung (2.v.li.) probiert mit Gerda Ehrlich, Maren Dehnhardt, Inge Liedtke und Heike Rung den Erlebnisbildschirm für Senioren aus. Foto: vmn

Kiel. Tippen, wischen, etwas bewegen, verschieben, öffnen oder verbergen. Ein kleiner Tipp auf dem Bildschirm, und schon öffnet sich ein Bild, eine Figur beginnt sich zu bewegen oder eine Melodie ertönt. Interaktionen auf einem Tablet machen Spaß, überraschen und bieten oft eine Anregung für ein Gespräch. Diese Eigenschaften sind besonders wertvoll für die Arbeit mit Senioren, im Besonderen für die Aktivierung und Beschäftigung von an Demenz erkrankten Senioren. Die Howe-Fiedler-Stiftung hat nun einen sogenannten Erlebnisbildschirm angeschafft, der ähnlich wie ein Tablet zu bedienen ist und mit dem Senioren in eine interaktive Spielewelt eintauchen können. 

Experten aus dem Gesundheitssektor haben die abrufbaren Programme speziell für ältere Menschen entwickelt, denen auf diese Weise verschiedene Möglichkeiten zur Entspannung und Förderung der Wahrnehmung und des Gedächtnisses geboten werden. „Wir wollen diesen Erlebnisbildschirm möglichst vielen stationären oder Tagespflegeeinrichtungen oder auch Demenz-WGs leihweise zur Verfügung stellen, damit er dort von den Senioren gemeinsam mit den Betreuungsassistenten genutzt werden kann“, erklärt Gesa Rogowski, Projektleiterin der Howe-Fiedler-Stiftung, die für den Verleih zuständig ist. 

27 Zoll misst der circa zehn Kilogramm schwere Bildschirm, der per WLAN mit dem Internet verbunden werden muss. „Die Bedienung ist relativ einfach, eigentlich selbsterklärend“, so Rogowski weiter. Hinter fünf Menüpunkten verbergen sich bis zu zwölf unterschiedliche Spiele zu verschiedenen Themengebieten. So sollen beispielsweise im Menü „Erinnerung“ Fotos aus der Werbung mit bekannten Produkten und Marken oder Küchen- oder Ladeneinrichtungen aus vergangenen Zeiten zu Gesprächen anregen. Beim Klicken auf die entsprechenden Gegenstände werden die Fotos vergrößert, können verschoben und gedreht werden. Speziell an die Bedürfnisse und Fähigkeiten an Demenz erkrankter Menschen angepasst ist das Menü „Bild“. Das gesamte Design ist leiser, bietet weniger Anreize als die anderen Menüs, aktiviert aber auch eingeschränkte motorische und kognitive Fähigkeiten. 

„Ziel des Spielens am Erlebnisbildschirm ist, Menschen zusammenzubringen, Gespräche anzuregen und Sinne zu stimulieren“, erklärt Gesa Rogowski bei einem Probelauf in der „Anna“ Gaarden. Zufrieden kann sie beobachten, wie schnell die zum Nachmittagsklönschnack in den Nachbarschaftstreff gekommenen Senioren sich um den großen Bildschirm tummeln.

„Das macht wirklich viel Spaß“, berichtet die 94-jährige Gerda Ehrlich, nachdem sie gemeinsam mit ihren Bekannten das Gerät getestet hat. Schnell hatten die vier Damen – alle über 70 Jahre alt – die Technik im Griff und waren begeistert am Wischen, Klicken und Ausprobieren. Gefreut haben sie sich vor allem, dass die Symbole kinderleicht größer gemacht werden konnten, sodass jeder sie gut erkennen konnte – und „dass so viele Dinge aus unserer Jugend zu sehen waren“. Am liebsten hätte Gerda Ehrlich so ein Gerät bei sich zu Hause, doch die Kosten von 5000 Euro dafür sind dann doch ein bisschen „happig“. Daher das Modell der Ausleihe. „Wir sind froh, dass sich auch die Gerda-und-Heinz-Hoell-Stiftung an den Anschaffungskosten beteiligt hat und dass wir den Erlebnisbildschirm jetzt an die Einrichtungen kostenfrei verleihen können“, so Gesa Rogowski. Wichtig ist nur, dass diese eine Betreuungskraft bereitstellen, die sich gemeinsam mit den Senioren mit dem Bildschirm beschäftigen und unterstützend zur Seite stehen.vmn

Mehr Informationen über den Bildschirm und die Ausleihe gibt es bei der Projektleiterin Gesa Rogowski unter Tel. 0431/53007025.