Hippies, Rocker, Liebe und Musik

Tanzende Menschen in der Gegend "Panhandle" nahe dem Golden-Gate-Park in San Francisco. Foto: Jim Marshall

Jim Marshalls Fotos aus dem Jahr 1967 in der Kieler Stadtgalerie

KIEL. Die Stadtgalerie Kiel präsentiert in ihrer Sommer-Ausstellung eine Ikone der Musikfotografie: den „Rock-’n’-Roll-Fotografen“ Jim Marshall. Noch bis zum 29. August zeigt die Stadtgalerie rund 80 seiner Werke aus dem rasanten Jahr 1967. Marshall hielt 1967 einige der bedeutendsten kulturellen und gesellschaftlichen Ereignisse des Jahres fest, welche die Identität San Franciscos für immer definieren sollten. Er stand neben Allen Ginsberg beim „Human Be-In“ im Golden Gate Park, hielt Hippies im symbolträchtigen Viertel Haight Ashbury fest, zeichnete Anti-Vietnamkriegs-Demonstranten auf und fotografierte Hunderte von Bands und Konzertgäste. In der Ausstellung können die Gäste in chronologischer Reihenfolge den Künstler dabei begleiten, wie er Motive für Plattencover von Jefferson Airplane fotografiert, sich zu Hause mit Janis Joplin tummelt, inmitten einer Masse von Hells Angels Fotos macht und Jimi Hendrix auf der Bühne unglaublich nahekommt. Marshall wurde von Musikschaffenden aller Stilrichtungen innig geliebt und respektiert. Er verbrachte sein Leben damit, Jazz, Folk und schließlich Rock ’n’ Roll zu dokumentieren. Er lebte und arbeitete in San Francisco, als kalifornische Bands wie Moby Grape, Buffalo Springfield, The Charlatans, Jefferson Airplane und Grateful Dead an der Spitze einer kulturellen Bewegung standen, die 1967 ihre Blütezeit hatte. Marshalls Karriere erstreckte sich über 50 Jahre, in denen er Hunderte von legendären Bildern schuf, die sich im öffentlichen Bewusstsein festgesetzt haben. Seine Fotografien erschienen auf den Covern von über 500 Musikalben und fingen ikonenhafte und ehrliche Porträts von Janis Joplin, Jimi Hendrix, Johnny Cash, Neil Young, Bob Dylan, den Allman Brothers, Led Zeppelin, den Grateful Dead, den Beatles und unzähligen anderen ein. In einem Artikel der New York Times aus dem Jahr 2014 bezeichnete die Star-Fotografin Annie Leibovitz Marshall als „den Rock-’n’-Roll-Fotografen“. Die Ausstellung „Jim Marshall’s 1967“ wurde ursprünglich 2017 in der San Francisco City Hall präsentiert. Begleitend zeigt die Stadtgalerie Kiel eine Auswahl an originalen Schallplattencovern, deren Gestaltung Fotografien von Jim Marshall zugrunde liegen, aus der Sammlung von Arne Reimer, Leipzig. Außerdem ist der Dokumentarfilm „Show Me The Picture: The Story Of Jim Marshall“ (Alfred George Bailey, GB/USA, 2019, 92 Minuten) in der Ausstellung zu sehen.

Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31. Eintritt frei. Es gelten die jeweils aktuellen Corona-Regeln. Infos dazu und zum Begleitprogramm zur Ausstellung sind unter www.stadtgalerie-kiel.de zu finden.