Hilfen auch für kleine Projekte

Im Kieler Rathaus konnten die Vertreter von elf Projekten aus der Hand von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) ihre Spendenschecks vom Spendenparlament entgegennehmen. Foto: Sabrina Böhm

Kiel. Vereine und Gruppen, die sich sozial engagieren, können sich beim Kieler Spendenparlament um eine Förderung bewerben. Zweimal im Jahr wählt das Parlament dann unter den Bewerbern aus, wer gefördert wird. Vor wenigen Tagen konnte das Spendenparlament erneut elf Projekte mit insgesamt 17.750 Euro fördern.

Für einen Jahresbeitrag von mindestens 60 Euro kann jeder Mitglied des Spendenparlaments werden und damit lokale Projekte unterstützen. Anfang dieses Jahres hatten sich insgesamt 25 Gruppen um eine Förderung beworben, elf davon wurden vom Spendenparlament ausgewählt. Darunter sind unter anderem Vereine und Gruppen, die sich um sozial Benachteiligte, Kinder und Schwerkranke kümmern. „Die Vielfalt der Projekte begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Alle Projekte sind so liebevoll und passgenau“, so Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, der ebenfalls Parlamentsmitglied ist und die Spendenchecks an die Projekte übergab.

Über eine Fördersumme von 1300 Euro konnte sich zum Beispiel der Verein Odyssee freuen. Der Förderverein für Sozialarbeit mit drogenabhängigen und drogengefährdeten Menschen begleitet diese auf ihrem Weg in ein drogenfreies Leben. „Das Fördergeld kommt unserem Arbeitsprojekt Metha zugute“, so Frauke Makus, Spendenbeauftragte des Vereins. Ganz konkret wird eine 1900 Euro teure Persenning, eine textile Abdeckung, für das Segelboot „Argo“ angeschafft. Vom Spendenparlament kommen 1300 Euro, den Rest übernimmt die Kieler Segelmacherei Schultz, die die Persenning herstellt. „Wir haben das Boot mit circa 20 Personen restauriert“, sagt Paul Großkurth, Werkstattleiter im Projekt „Metha“, „die Persenning schützt das Boot vor Sonne und Regen, damit es länger gut erhalten bleibt.“ Genutzt werde der Seekreuzer von fast 40 Personen. „Wir nehmen auch an Regatten damit teil. Ein Team aus unseren Klienten fährt zum Beispiel bei den German Classics in Laboe mit“, so Makus. Segeln stärke den Teamgeist und das Körpergefühl. „Für die Leute ist es oft auch ganz wichtig, mal aus dem Alltag herauszukommen. Da ist so eine Segeltour genau das Richtige“, ergänzt Großkurth. In der „Metha“-Werkstatt werden neben Bootsbau aber auch noch andere handwerkliche Arbeiten unter seiner Leitung ausgeführt. Dazu zählt zum Beispiel auch der Bau der Holzrahmen für die Programmaufsteller zur Kieler Woche. Diese werden dann am Hoftheater im Hiroshimapark stehen.

Unter den weiteren Spendenempfängern sind das inklusives Theaterfestival Includo, eine Sommerfreizeit für Jugendliche, pädagogische Spiel- und Bewegungsangebote für Kinder sowie Workshops für Geflüchtete und Menschen mit und ohne Behinderungen. saa