Geld wie Sand am Meer

Direkt neben dem Küstenkraftwerk in Kiel-Dietrichsdorf liegt der Strand Hasselfelde – der einzige Kieler Strand auf dem Ostufer der Kieler Förde. Foto: Ulf Dahl

Der Strand Hasselfelde an der Kieler Förde soll für besseres Baden und mehr Naturschutz umgestaltet werden

Kiel. Es ist fast wie ein Sechser im Lotto, was das Kieler Grünflächenamt mit Unterstützung des Kieler Bundestagsabgeordneten Mathias Stein da an Land gezogen hat: 3,1 Millionen Euro für die Aufwertung des Strandes Hasselfelde in Kiel-Dietrichsdorf. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“ des Bundes. Gedacht ist das insgesamt 200 Millionen Euro schwere Bundesförderprogramm für Stadtentwicklungsprojekte, die dem Klimaschutz und der Verringerung des CO2-Ausstoßes dienen. Vor allem städtische Parks und Grünanlagen hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages damit im Blick. Doch der Antrag des Kieler Grünflächenamtes, damit einen Strandbereich zu fördern, kam offenbar auch gut an, immerhin hat Kiel sogar den Höchstsatz bewilligt bekommen, der für Einzelprojekte vorgesehen ist. Mathias Stein hatte sich direkt in Berlin für das Kieler Projekt eingesetzt.

Der rund 250 Meter lange Strandabschnitt direkt neben dem „Küstenkraftwerk“ ist schon seit Jahren kein Geheimtipp mehr. Nach Angaben des Kieler DLRG-Ortsverbandes, der seinen Sitz dort hat, kommen an heißen Tagen bis zu 500 Menschen an den kleinen Strand, der bisher noch nicht einmal den Status einer offiziellen Badestelle hat. Mit einem markierten Badebereich, Mobiltoiletten, neuen Mülleimern und geänderten Parkregeln hat die Stadt dort bislang eher provisorisch versucht, die negativen Auswirkungen zu kontrollieren, die steigende Besucherzahlen mit sich bringen, vor allem Müll und die zunehmende Beeinträchtigung der Natur in dem Bereich.

Von der 3,1-Millionen-Geldspritze sollen sowohl die Menschen als auch die Natur etwas haben. Hasselfelde soll ein richtiger offizieller Badestrand werden – mit Rettungsschwimmern, richtigen sanitären Anlagen, möglicherweise auch Strandliegen und Grillstationen, Mülleimern, einem barrierefreien Zugang zum Wasser und einem Badebereich, der frei von Betonresten und ähnlichen Altlasten ist, die zurzeit noch aus Kriegszeiten dort zu finden sind.

Die Natur soll dort stärker als bisher geschützt werden. So sieht der Förderantrag des Kieler Grünflächenamtes zum Beispiel auch „Besucherlenkungen“ vor, um bestimmte Bereiche der dortigen Naturfläche besser als bisher vor dem Zertretenwerden zu bewahren. Auch für den Erhalt von Unterwasser-Biotopen sollen vor dem Strand Schutzzonen eingerichtet werden. Wieder sichtbar soll die Aalbek werden. Der kleine Bach fließt derzeit durch ein Rohr am Strand von Hasselfelde in die Kieler Förde. Künftig soll die Aalbek zumindest in Strandnähe wieder offen als naturnaher Bach fließen und in die Förde münden.

Insgesamt will die Stadt Kiel den kleinen Strand zu einem neuen Naherholungsgebiet für das Kieler Ostufer entwickeln. Dabei sollen die Besucher eher nicht mit dem eigenen Auto dort hinkommen, sondern besser zu Fuß, mit dem Rad oder per Bus – Verkehrsanbindungen und Parkraum sollen entsprechend gestaltet werden.

Losgehen soll das Ganze nach Angaben der Stadt Kiel „so schnell wie möglich“ – nach aktuellem Stand soll mindestens die Planung für die Strandumgestaltung in Hasselfelde im kommenden Jahr starten. kst