Ganz viel Sand für die neue Brücke

Auf der Luftaufnahme ist gut zu sehen, dass bereits riesige Mengen Erde bewegt wurden, um die Vormontagefläche für den Brückenneubau vorzubereiten. Foto: WSA Kiel-Holtenau / Bernot

Montagefläche für Ersatzneubau der Levensauer Hochbrücke fertiggestellt

Kiel-Holtenau. Große Bauvorhaben müssen gründlich vorbereitet werden. Im Fall des geplanten Neubaus anstelle der 1893 erbauten Levensauer Hochbrücke gehört unter anderem auch ein fast 14 Meter hoher riesiger Haufen aus 80.000 Kubikmetern Sand dazu. Den hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau jetzt auf dem Nordufer des Nord-Ostsee-Kanals, direkt neben der fast 130 Jahre alten Stahlbrücke mit dem charakteristischen roten Bogen, fertiggestellt. Die planierte „Hochebene“ auf diesem Sandhaufen liegt 38 Meter über der Wasseroberfläche des Kanals. Auf dieser Fläche soll der Teil der Brückenfahrbahn entstehen, der auf der Nordseite des Kanals quasi vom „Festland“ bis zum Kanalufer reicht – „Vorlandfeld“ nennen die Ingenieure diesen Teil der Brückenfahrbahn. Das Vorlandfeld wird auf der „Vormontagefläche“ oben auf dem Sandhaufen zusammengebaut und von dort aus in seine eigentliche Position in der neuen Brücke geschoben.

Damit das WSA diese Vormontagefläche aufschütten und eine dazu gehörende mehrere Hundert Meter lange Baustraße bauen lassen konnte, war der Betriebsweg auf der Kanal-Nordseite unter der Levensauer Hochbrück eine Zeit lang gesperrt. Jetzt konnte dieser Weg wieder freigegeben werden. Eine ähnliche Vormontagefläche für das südliche „Vorlandfeld“ der neuen Brücke hatte das WSA bereits herstellen lassen.

Das aus Stein gebaute Widerlager der Brücke auf dem Südhang des Kanals soll als Fledermausquartier bestehen bleiben. Die neue Brücke wird berührungsfrei darüber hinweg führen. Allerdings wird das Bauwerk des alten Widerlagers im Moment noch vom Gewicht der Levensauer Hochbrücke in die Kanalböschung gedrückt. Wenn dieses Gewicht plötzlich fehlt, könnte das zum langsamen Abrutschen des aus Steinen gemauerten Widerlagers führen. Um das zu verhindern, lässt das WSA im kommenden Jahr als weitere Vorbereitung für den Brückenneubau das Widerlager mit Betonbohrpfählen abstützen, die ihrerseits mit Stahlseilen tief in der Kanalböschung verankert werden.

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, können die eigentlichen Arbeiten beginnen: der Abriss der alten Brücke und der anschließende Neubau. Bevor aber wieder Autos und Züge über die neue Levensauer Hochbrücke fahren, wird es sicher noch bis 2024 dauern. kst