Ganz viel Liebe, etwas Quatsch und ein bisschen Geballer

Ein paar Plätzchen, ein aromatisches Heißgetränk, ein gemütlicher Platz auf dem Sofa und ein schöner Lieblingsfilm im Fernsehen: So lassen sich entspannte Nachmittage in der Weihnachtszeit wunderbar genießen. Foto: Jan Köster

Weihnachtsfilm-Favoriten vom Team des Kieler Magazinverlags

Irgendwie hat jede und jeder so einen Film, den sie oder er jedes Jahr zu Weihnachten wieder sieht – und sei es zum 25. Mal. Unser Team vom Kieler Magazin Verlag, der Heimat vom Kieler Express, ist da keine Ausnahme.

Bei Anika aus dem Büro nebenan ist es „Der kleine Lord“ mit Sir Alec Guinness aus dem Jahr 1980: „Es ist einfach der allertollste Film überhaupt. Früher habe ich den zur Weihnachtszeit immer mit meiner Mutter geschaut, später mit meinen Kindern und heute mit meinen Katzen“, sagt sie. Noch immer lässt sich Anika mit Begeisterung von diesem Film zu Tränen rühren. „Wie dieser kleine blonde Junge aus einfachsten Verhältnissen den alten knorrigen Earl of Dorincourt zu einem liebenden Großvater verwandelt, ist zauberhaft anzusehen. Wenn kurz vor Ende die Mutter vor dem großen Weihnachtsbaum hervorkommt und ihren kleinen Cedric mit ihrer Anwesenheit überrascht, brauche ich noch heute ein Taschentuch. “, sagt Anika.

Der Lieblings-Weihnachtsfilm von meinem Kollegen Florian, der sein Büro am anderen Ende des Gangs hat, heißt „Klaus“ und ist ein Animationsfilm aus dem Jahr 2019. „Läuft bei Netflix“, sagt Florian. Worum es geht, erklärt er so: „Klaus“ handelt von Jasper, dem schlechtesten Schüler der Postboten-Schule. Da sein Vater, der Leiter der Schule, seine Faulheit nicht mehr hinnehmen möchte, schickt er ihn an den Polarkreis in den Ort Zwietrachtingen, um eine Poststation zu eröffnen. In dem Ort streiten aber zwei Großfamilien seit Jahrzehnten so sehr, dass sie überhaupt keine Zeit finden, Briefe zu verschicken – also für Jasper eine eher unmögliche Aufgabe. Jasper lernt dann Klaus kennen; der schnitzt Kinderspielzeuge … und die Weihnachtsgeschichte nimmt ihren Lauf. Ein sehr herzlicher und lustiger Film, der Erwachsene und Kinder gleichermaßen anspricht.“

Sabrina sitzt im Büro gegenüber und mag zu Weihnachten einen Film, der ursprünglich, wenn ich mich nicht irre, als Horrorfilm galt: „Gremlins“. „Ich hatte als Kind ein Gizmo-Plüschtier und finde den einfach extrem niedlich”, sagt Sabrina. Gizmo ist im Film der plüschige Mogwai, den der kleine Billy zu Weihnachten bekommt. „Es gibt drei Regeln zu beachten: ihn nie dem Sonnenlicht aussetzen, nicht nass werden lassen und nicht nach Mitternacht füttern. Im Laufe des Films wird natürlich gegen alle Regeln verstoßen und eine Horde gemeiner Mogwais richtet viel Unheil an“, erzählt Sabrina. „Schon fast absurd ist es, dass die kleinen Monster im Kino bei einer Gas-Explosion getötet werden, während sie Schneewittchen und die sieben Zwerge gucken. Am Ende kommt der Mogwai-Verkäufer zu der Familie von Billy und nimmt ihnen Gizmo weg, weil sie so verantwortungslos waren. Der Film hat viele Ebenen, zeigte mir aber schon früh, dass das Halten eines Haustieres mit großer Verantwortung zu tun hat und auch viel schiefgehen kann.“

Thomas, der im Moment im Homeoffice arbeitet, hat je nach Stimmungslage verschiedene Favoriten. Einer davon ist „Wir sind keine Engel“ mit Humphrey Bogart, Peter Ustinov und Aldo Ray. Den Film über drei herzensgute Gauner und ihre Giftschlange muss man aber wohl von irgendeinem Datenträger gucken, sagt Thomas, „im TV-Programm bin ich schon seit ca. 70 Jahren nicht mehr über diesen Film gestolpert“.  (Unter uns: So alt ist Thomas noch gar nicht.) Seine beiden anderen Favoriten sind Kontrastprogramm pur: „Tatsächlich Liebe…“ mit … gefühlt eigentlich jedem bekannten Schauspieler aus Großbritannien und der Actionkracher „Stirb langsam“ mit Bruce Willis – „Bester Weihnachtsfilm aller Zeiten“, stellt Thomas fest.

”Ich liebe Weihnachtsfilme und gucke jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit die üblichen Klassiker – von ‘Sissi’ über ‘Tatsächlich… Liebe’ bis ‘Drei Haselnüsse für Aschenbrödel’. Doch keinen Weihnachtsfilm habe ich so oft geschaut wie ‘Schöne Bescherung’ mit Chevy Chase – es müssen mittlerweile an die 20 Mal sein“, zählt Svenja auf, die im Moment auch im Homeoffice sitzt. ”Obwohl – oder gerade weil – diese Komödie völlig überdreht ist und nicht gerade mit intelligenten Witzen glänzt, haben meine Familie und ich sie, quasi seit frühester Kindheit, doch mit großem Vergnügen ausnahmslos in jedem Jahr geschaut – und das tue ich bis heute“, erzählt Svenja. Für sie steht fest: „Wenn Clark Griswold dann auf die überdimensionierte, reich geschmückte und von Scheinwerfern angestrahlte Tanne mitten im schneeweißen Wald zeigt und sagt: ‘Das ist der Weihnachtsbaum der Familie Griswold’ – dann ist Weihnachten.“

Christina aus dem Büro um die Ecke musste auch nicht lange überlegen: „Bei mir ist es auf jeden Fall auch ‘Tatsächlich…Liebe’. Weil da so viele unterschiedliche, rührende Geschichten über (zumindest teilweise) ganz normale Menschen erzählt werden, die aber am Ende irgendwie alle zueinander finden. Der läuft auch immer so spät im Fernsehen, dass man auf jeden Fall fertig ist mit dem Weihnachtsessen. Und ‘Sissi’ oder zumindest Teile davon. Den hat meine Mutter schon immer geschaut und der läuft immer so praktisch am zweiten Weihnachtstag nachmittags.“

„Tatsächlich… Liebe“ findet auch unsere Chefin richtig gut. Der Episodenfilm gehört seit 15 Jahren in ihrer Familie zum festen Weihnachtsritual. „Immer an derselben Stelle lachen, immer zur selben Zeit die Tränchen wegwischen – das sind Gefühle, die verbinden. Wunderbar. Ach, ja: Ein Glas selbstgemachten Eierlikör gibt’s dazu auch. Noch so ein Ritual“, sagt sie.

Im Büro neben Florian sitzt Basti. Der mag die klassische Weihnachtsgschichte von Charles Dickens um den geizigen Grummelkopf Ebenezer Scrooge – aber in der ganz besonderen Version, die Brian Henson, der Sohn von Muppet-Erfinder Jim Henson 1992 für Disney Pictures gemacht hat – eben „Die Muppets-Weihnachtsgeschichte“, in der Michael Caine den Scrooge spielt und die Muppets die meisten anderen Rollen besetzen.

„Weihnachten kann gar nicht kitschig genug sein“, findet Frau Volkmann, unsere Kolumnistin. Auf ihrer Weihnachtsfilmliste steht darum „Liebe braucht keine Ferien“ mit Cameron Diaz und Kate Winslet ganz oben. „Eine Geschichte um Freundschaft, Menschlichkeit und Liebe. So fürs Herz halt. Herrlich. 90 Minuten abschalten vom Weihnachtstrubel und Jude Law anschmachten. Der ist nämlich auch dabei. Am besten mit Popcorn und Glühwein. Und der besten Freundin. Das ist der perfekte Weihnachtsauftakt“, findet Frau Volkmann.

Unsere Kollegin Marie, die auch unsere Redaktion in Schönberg betreut, steht auf „Weihnachten bei Hoppenstedts“ von Loriot. „Einfach herrlich,“, schwärmt sie, „alt und kitschig, und man wird in eine Zeit zurückversetzt, in der Saugbläser noch das absolute Muss einer guten Hausfrau waren, die Versicherungsvertreter an Heiligabend von Tür zu Tür gegangen sind und Evelyn Hamann die Schnittchen in weniger als zehn Sekunden geschmiert hat.“

Und mein Weihnachtsfilm? Loriot mag ich auch sehr, aber vorgestern bin ich aus Versehen beim Zappen auf „Ein Wirtshaus im Spessart“ gestoßen und hängengeblieben. In der Uralt-Klamotte mit Lilo Pulver wird sogar gesungen, und ich hasse Gesang in Filmen, vor allem in deutsch synchronisierten Disney-Filmen! Aber das „Wirtshaus im Spessart“ hat mir Spaß gemacht – gerne nächstes Jahr zu Weihnachten wieder! Jan Köster