Freizeit in alten Gleisen

Noch ist die „alte Gleisharfe“ entlang der Veloroute 10 zwischen Uni-Gelände und Grasweg ein zugewachsenes Waldstück. Bald soll dort eine nette Grünfläche mit Entspannungs- und Fitnessbereichen entstehen. Foto: Katja Schweckendiek

Das Areal „Alte Gleisharfe“ an der Veloroute 10 soll neu genutzt werden

KIEL. Seit zwei Jahren ist die Veloroute 10 zwischen Hassee und dem Holstein-Stadion auf voller Länge befahrbar. Nun soll auch die „Alte Gleisharfe“, die kleine Waldfläche zwischen Grasweg, dem Neubau der Geowissenschaften an der Uni und der Abfahrt am Kai-Uwe-von-Hassel-Studierendenwohnheim in eine nette Grünfläche mit Aufenthaltsqualität umgewandelt werden. Der Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook gab für diese Pläne grünes Licht.

Bereits im Juni 2020 konnten Interessierte bei einer Online-Bürgerbeteiligung Vorschläge zur Gestaltung der zirka 6600 Quadratmeter großen Fläche einreichen. Daraus hat nun das Grünflächenamt ein „sehr rundes Konzept“, wie Dennis Schneider (CDU) lobte, erarbeitet, in das sehr viele Wünsche und Anregungen der Bürger eingeflossen sind.

So wird es Sitzgruppen, „Chillout“-Liegebänke, Riesenschaukeln sowie einen Fitnessplatz geben. Gleichzeitig soll jedoch die ursprüngliche Waldstruktur auf der Fläche erhalten bleiben: „Der Pionierwald, der dort vor allem aus Birken besteht, genießt Schutzstatus gemäß Landeswaldgesetz: Und auch der angrenzende Altbaumbestand an der CAU wird erhalten bleiben. Deshalb wird es auf der gesamten Fläche nur umweltverträgliche Eingriffe in die Strukturen geben“, erklärte Projektleiter Henning Pagels vom Grünflächenamt.

Das hat zur Folge, dass die Fußwege, die im Zuge der Umgestaltung dort entstehen, den Verläufen der alten Gleise, die noch vom ehemaligen Güterbahnhof übriggeblieben sind, folgen werden, da dort keine Bäume wachsen. „Der Aufenthalt auf der Fläche soll zu einem Naturerlebnis werden. Deshalb wollen wir den naturnahen Charakter so gut wie möglich bewahren“, so Pagels.

Gleichzeitig möchte das Grünflächenamt auch die Geschichte des Ortes erlebbar machen. Deshalb werden die Gleise nicht entfernt, sondern in die Nutzung integriert. Auf den Wegen sollen sich die alten Schienen im Bodenbelag abbilden. Laut Pagels werden die Zugänge zur Fläche barrierefrei umgesetzt. Die Gesamtkosten für die Umgestaltung werden sich voraussichtlich auf 450.000 Euro belaufen.

Ortsbeirats-Vorsitzender Matthias Triebel (Grüne) lobte einerseits die Pläne, meldete andererseits aber auch Bedenken an, ob das Waldstück nicht mit zu vielen Elementen und Stationen überfrachtet wird. Anne Bayer äußerte den Wunsch, dass die gesamte Fläche so barrierefrei wie möglich gestaltet wird. Henning Pagels nahm diese Anregungen und das insgesamt positive Votum des Ortsbeirats dankend entgegen. Der Beginn des Umbaus ist für Ende 2022 geplant. kae