Es geht los – der Zaun bleibt

Bis Anfang Juni ist die Kiellinie am Berthold-Beitz-Ufer zwischen Carl-Lowes-Weg und Lindenallee zunächst komplett für den Kfz-Verkehr gesperrt, danach nur einspurig stadteinwärts befahrbar. Foto: kae

Sanierung des Kieler Berthold-Beitz-Ufers beginnt mit Vollsperrung

Kiel. Seit fast fünf Jahren sperrt ein etwa 500 Meter langer Bauzaun am Berthold-Beitz-Ufer die Kiellinie zur Wasserseite hin ab. Der Grund dafür sind die dringend sanierungsbedürftige Spundwand, die dadurch unterspülte Promenade und die geplante Umgestaltung der beliebten Flaniermeile. Im Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook gab die Verwaltung nun einen Ausblick, wie es mit der Langzeit-Baustelle weitergeht.

„Ich freue mich, berichten zu können, dass es endlich mit den Bauarbeiten losgeht“, erklärte Tiefbauamts-Leiter Peter Bender im Ortsbeirat. Auch er hätte 2016 nicht damit gerechnet, dass sich alles so lang hinziehen werde: „Hatte man eine Hürde aus dem Weg geräumt, tauchte eine neue auf“, bilanzierte er.

Doch nun wurden die Bauarbeiten am Berthold-Beitz-Ufer nach all den Verzögerungen vor allem durch Kampfmittelsondierung und Klärung der Finanzierungsfrage in der vergangenen Woche endlich wieder aufgenommen: „Wir beginnen zunächst mit dem Abräumen der Oberfläche der Promenade nördlich des Bellevue Anlegers und arbeiten uns dann weiter nach Süden fort“, berichtete Projektleiter Andreas Lade.

Diese Arbeiten werden Anfang Juli abgeschlossen sein. Dann folgt die Kampfmittelsondierung auf der Landseite, die zirka sechs bis acht Wochen Zeit in Anspruch nehmen wird. Parallel dazu erfolgt laut Andreas Lade die Ausschreibung der Wasserbaumaßnahmen, mit denen Ende September/Anfang Oktober begonnen werden soll. Geplant ist dann der Bau einer neuen Spundwand, die ein Stück weiter zum Wasser hin errichtet wird und so eine Verbreiterung der Promenade ermöglicht.

All diese Bauarbeiten gehen auch mit Einschränkungen für den Verkehr entlang der Kiellinie einher. So ist die Straße bereits seit Mittwoch zwischen Lindenallee und Carl-Loewe-Weg zunächst komplett gesperrt. Ab Anfang Juni wird die Kiellinie dann einspurig Richtung Süden befahrbar sein. Der Verkehr Richtung Norden wird über den Düsternbrooker Weg umgeleitet. Auch der ÖPNV fährt nur noch stadteinwärts über die Kiellinie und stadtauswärts über den Düsternbrooker Weg. Entsprechende Ersatz-Haltestellen wurden eingerichtet. Für Fußgänger steht während der Bauzeit der Fahrradweg zur Verfügung, Radfahrer weichen auf die bisherige wasserseitige Straßen-Fahrspur aus, da der Bauzaun die Promenade nun komplett absperrt.

Die Fertigstellung dieses Bauabschnitts ist für Herbst 2023 vorgesehen. Wie es danach mit der Umgestaltung der Kiellinie weitergeht, ist noch ungewiss. „Wir werden die Decke der Promenade erstmal nur provisorisch verschließen, bis der Wettbewerb zur Neugestaltung der Kiellinie und die anschließende Ausschreibung dazu abgeschlossen sind“, erklärte Andreas Lange. Bis dahin bleibt auch der Zaun erhalten, der dann voraussichtlich sieben Jahre lang ein treuer Gast an der Kiellinie gewesen ist. kae