Endlich wieder Theater machen

Ivan (v.li.) und Markus Dentler sowie Raffaela Schwarzer freuen sich, dass die Spielsaison im Theater der Komödianten wieder losgeht. Foto: Sabrina Böhm

Kiel. Viel zu lange blieb die Bühne im Theater Die Komödianten in der Kieler Wilhelminenstraße leer. Doch nun starten die Mimen wieder ihr Spiel. Ab 13. September beginnt der Spielplan mit philosophischen und musikalischen Stücken.

Dass die Zuschauer wieder den Weg zurück ins Theater finden, da ist sich Theaterdirektor Markus Dentler sicher: „Ohne uns hält es niemand lange aus.“ Noch nie musste er in seiner Schauspielkarriere so lange der Bühne fern bleiben wie jetzt in der Corona-Pandemie. Doch nun geht es wieder los. Alle Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen, und einen Vorteil haben die Komödianten ja: Sie spielen vorwiegend Solostücke. Auf der Bühne gibt also schon mal kein Abstandsproblem, selbst das Singen sei abgewandt vom Publikum möglich. 22 Sitzplätze gibt es pro Vorstellung. Das Spielen vor kleinem Publikum sei Herausforderung und Spaß zugleich. „Die Leute sind aber auch so dankbar, wenn sie wieder etwas im Theater erleben dürfen, und das drücken sie auch aus“, so Schauspielerin Raffaela Schwarzer.

Spielfreude, Fantasie und Energie des Ensembles der Komödianten sind ungebrochen. Sie wollen wieder ins Scheinwerferlicht. Und so geht es am 13. September mit der ersten Vorstellung von „Bagger“ los. Markus Dentler in der Hauptrolle lässt tief in die Seele der echten Kerle blicken, wie immer mit Charme und Witz. Um Liebe, Geld und das Leben geht es im Stück „Die Frau des Michelangelo“ von Eric Assous. Raffaela Schwarzer mimt die Ehefrau und Mutter, die in einer Bar auf ihre Freundinnen wartet und dabei von einem Mann mit einem lukrativen Angebot gelockt wird. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Geld und ahnt nicht, was das für Konsequenzen mit sich bringt. Das Solostück ist mit einem gewissen Augenzwinkern und einem überraschenden Ende inszeniert und ab 25. September im Komödiantentheater zu sehen.

Der Spielplan der Komödianten sieht für den 22. Oktober die Premiere von „Das letzte Band“ von Samuel Beckett vor. Ein alter Mann, der sich durch seine alten Aufnahmen hört und dabei wieder versucht, das Leben zu spüren. Erinnerungen, unter anderem an seine letzte Liebschaft, bringen ihn zum Philosophieren über die Fragen des Lebens. Regie führt bei diesem Stück Ivan Dentler, der Sohn des Theaterdirektors. Neben den Vorstellungen im Komödiantentheater selbst gibt es in der Kneipe Palenke und im Schauspielhaus Termine. Im Februar wird anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl das Stück „Name: Sophie Scholl“ aufgeführt. Ein Stück, das in der Moderne spielt und die Ereignisse der Vergangenheit mit einflechtet. Im Mai und Juni 2021 wird es dann musikalisch bei „Seine Braut war das Meer und sie umschlang ihn“. Da das Sommertheater ausgefallen ist, steht die Frage im Raum, ob „Der kleine Prinz“ zu Weihnachten aufgeführt wird. Das Ensemble wünscht sich das sehr, sucht aber noch nach einer passenden Location. saa

Karten gibt es unter Tel. 0431/553401, online unter www.theater-die-komoedianten.de und bei der Konzertkasse Streiber.