Eine starke Stimme für den Sport

Philip Schüller wird neuer Leiter des Kieler Amtes für Sportförderung. Foto: Privat

Kiel. Philip Schüller wird neuer Leiter des Kieler Amtes für Sportförderung. Der 28-Jährige folgt am 1. April auf Ralf Hegedüs, der Ende 2020 in den Ruhestand ging.

Die Vita von Philip Schüller ist beeindruckend: 2020 beendete der gebürtige Kieler sein Masterstudium in Financial Accounting, Controlling & Taxation – einem Bereich der Betriebswirtschaftslehre – an der FH Kiel, an der er noch Lehrbeauftragter ist. Als Kunstturner bei der SV Friedrichsort war Schüller Landesmeister und nahm mehrmals an Deutschen Meisterschaften teil. Aktuell ist er Prüfungsassistent beim Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein und engagiert sich kommunalpolitisch in der SPD. Der Betriebswirt wurde 2018 in die Kieler Ratsversammlung gewählt und ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Schule und Sport.

Nun wechselt Schüller die Seiten: vom kommunalpolitischen Ehrenamt in die Verwaltung. „Ich wollte Leiter des Amtes für Sportförderung werden, weil ich Sport mache, seit ich denken kann“, sagt er. Mit sechs Jahren begann er mit dem Turnen – erst als Leistungs-, dann als Breitensportler, später kam Fußball hinzu. „Auch in meinem Ehrenamt als Kieler Ratsherr habe ich mich dann mit Sport beschäftigt. Doch ich bin überzeugt, wenn ich mich hauptberuflich mit dem Thema befasse, kann ich noch viel mehr bewegen. Ich möchte eine starke Stimme für den Sport sein.“

Bevor Schüller seinen Dienst antreten kann, muss er sein Ratsmandat niederlegen, denn die Kommunalpolitik fasst Beschlüsse, die die Verwaltung umsetzt. „Wenn ich gleichzeitig beschließe und umsetze, entsteht ein Interessenskonflikt.“

In seiner neuen Funktion wird Philip Schüller unter anderem erster Ansprechpartner für die Sportvereine sein, außerdem Ansprechpartner für die Politik und in kommunalpolitischen Gremien vertreten sein. Zu den ersten Punkten, die er im neuen Amt angehen will, zählt die digitale Verwaltung der Sporthallen. „Konkret geht es dabei darum, wie die Hallenzeiten vergeben werden. Eventuell können wir sogar Möglichkeiten schaffen, dass die Vereine selbst Uhrzeiten buchen können.“ Ein weiteres Thema, das Schüller am Herzen liegt, ist der Outdoor-Sport – Sportparks, Boulder-Wände oder Slacklines in ganz Kiel sind im Gespräch. „Außerdem möchte ich den Leistungssport in Kiel stärken und schauen, wie wir die Sportförderrichtlinie optimieren können.“

Schüller selbst hat vom Leistungssport profitiert: „Ich bin in der Sportlandschaft sehr gut vernetzt. Als ehemaliger Leistungsturner kann ich mich zudem in die Denkweise von Sportlern hineinversetzen. Im Sport gibt es bestimmte Tugenden, die ich gelernt habe – das hilft enorm bei der täglichen Arbeit. Außerdem hatte ich mit zehn Jahren schon fünf-, sechsmal die Woche nach der Schule Turnen, dadurch habe ich Disziplin und Zeitmanagement gelernt.“ Sicherlich mit ein Grund dafür, dass Philip Schüller bereits Beruf, Hobby und ehrenamtliches Engagement gleichzeitig und erfolgreich umgesetzt hat.

Auch für die Zukunft schmiedet er Pläne. „Durch mein politisches Ehrenamt hatte ich nicht viel Zeit für Sport. Doch nun habe ich große Lust, mit Jugendlichen im Bereich Turnen zusammenzuarbeiten und vielleicht als Trainer in einem Verein eine kleine Gruppe als Ehrenamt zu übernehmen. Natürlich erst, wenn Corona es wieder zulässt.“ svp