Eine Region voll Innovation

Bisher haben Samantha Schwickat (li.), Carolin Bach und Jana Fischer (nicht im Bild) „Bunte Decks“ für Skat und Doppelkopf herausgebracht. Bald soll auch ein Deck für Rommé dazukommen. Foto: Jan Köster

Kiel. Jedes Jahr können sich beim „Gründer-Cup Kiel-Region“ junge Unternehmen und Menschen mit guten Ideen für eine Firmengründung aus Kiel und den Kreisen Plön sowie Rendsburg-Eckernförde um die Gunst der Jury und Preise bewerben – in diesem Jahr auch in der Kategorie „Kiel-Region vs. Corona“. Hier gab es drei Ausgezeichnete, die jeweils 2500 Euro erhalten.

„RemindAir“: Dennis Ernst entwickelte einen kostengünstigen Bausatz für eine CO2-Ampel, die helfen soll, auf regelmäßiges Lüften zu achten. Der Bausatz soll 50 Euro kosten. Nach Hoffnung von Dennis Ernst soll die CO2-Ampel nicht nur vor Ansteckungen schützen, sondern auch Interesse an Technik und Wissenschaft wecken, weil die Schüler ihre Ampel selbst zusammenbauen können.

Kieler Kultur Pop-up: Nicolas Grimm und Jannek Schmitt stellten ein coronakonformes Open-Air-Event auf die Beine. An den Augustwochenenden gab es auf der Wiese neben dem Geomar an der Kiellinie mit Hygienekonzept Konzerte, Kino-Abende, Poetry Slams, Clubabende mit DJ-Auftritten, Kinderprogramme und Themenabende. Mit den Einnahmen deckten sie ihre Kosten, der Rest ging an die beteiligten Künstler.

Lillebräu GmbH: Gleich zu Beginn des ersten Lockdowns haben die Gründer von Lille, Max Kühl und Florian Scheske, mit ihrem Team das Projekt „Kieler Zwickel – Das Krisenbier für die Kieler Gastronomie“ ins Leben gerufen. Gastronomiebetriebe erhielten ihr eigenes Logo auf der Vorderseite des Bieretiketts. Kunden konnten so ihren Lieblingsladen unterstützen, indem sie das jeweilige Bier kauften. Die Hälfte der Einnahmen ging in einen Gemeinschaftstopf, den Lille unter den über 60 teilnehmenden Gastronomen verteilte.

Im „Businessplan-Wettbewerb“ wurden ebenfalls drei Preise vergeben, die jeweils mit 2500 Euro dotiert sind.

Den „Start-up“-Preis erhielten Carolin Bach, Jana Fischer und Samantha Schwickert von „Spielköpfe“. Die drei Frauen haben die althergebrachte Bildsprache von Kartendecks hinterfragt und neue Kartenspiele gestaltet und produziert, die bisherige Denkmuster zu Geschlechterrollen und Ethnienzugehörigkeiten aufbrechen und so zu Gendergerechtigkeit und Vielfalt beitragen.

Der „Nachhaltigkeitspreis“ ging an das „Kieler Pilzwerk“: Robert Schwartz erzeugt bei besonders nachhaltiger Ressourcennutzung hochqualitative Edelpilze, indem er nur Rohstoffe verwendet, die ansonsten wenig bis keinen Mehrwert haben.

Der „Innovationspreis“ ging zusammen mit einer Beratungsleistung im Wert von 1000 Euro an Tricode: Kathrin Boersch, Jonas Reinhardt, Benno Lauther und Nikita Segal haben die App „Statusplus Blutspende“ entwickelt, die mehr Menschen zu einer Blutspende motivieren soll. Unter anderem zeigt die App das kleine Blutbild des Spenders und sagt Bescheid, wenn die Blutspende verwendet wurde.

Der „Ideenpreis“ im Gesamtwert von 1000 Euro ging an Podium Training: Mandy Karstens, Tim Staubert und Paul Diring, die per App ein professionelles und individualisiertes Athletik- und Mentaltraining für Sportler anbieten wollen.

Veranstalter des jährlichen Gründercups in der Kiel-Region, also den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie der Stadt Kiel, sind zahlreiche wirtschaftsnahe Verbände und Unternehmen, die auch die Preisgelder sponsern.