Eine Idee ist schon mal da

Die Fußgängerbrücke zum Holstentörn mit Treppen, Fahrstuhl und Rolltreppen soll umgestaltet werden. Wie das aussehen könnte, zeigt der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs. Foto: Katja Schweckendiek

Hamburger Architekturbüro plant neues „Aufstiegsbauwerk“ zum Holstentörn

Kiel. Seit einem Jahr bringen die neuen Rolltreppen am sogenannten „Aufstiegsbauwerk Holstentörn“ die Besucher wieder reibungslos nach oben in den Sophienhof und zu Karstadt. Nun gibt es endlich auch Pläne, wie das gesamte Konstrukt samt Brücke über den Ziegelteich saniert und modernisiert werden kann. Felix Schmuck vom Stadtplanungsamt stellte in der aktuellen Sitzung des Ortsbeirats Mitte den Gewinner-Entwurf des städtebaulichen Wettbewerbs zur Sanierung des Aufstiegsbauwerks vor.

Fünf Teilnehmer gab es, und am Ende bekam der Entwurf des Hamburger Architekturbüros „ASDFG“ das Votum der Jury. In dessen Visualisierungen spielen Glas und Fensterfronten eine große Rolle. So soll nicht nur die Brücke über den Ziegelteich durch viel strukturiertes Glas zu einem richtigen Gang werden. Geplant ist auch der Bau eines großen Quaders mit riesiger Fensterfront zur Andreas-Gayk-Straße und zum Stresemannplatz hin am oberen Ende der neuen Treppenanlage. „Das wird das neue Fenster zum Hafen“, so Felix Schmuck.

Die breite Freitreppe, die zukünftig vom Holstenplatz hoch zum Übergang führen wird, soll als eine Art „Tribüne zur Stadt“ fungieren und zum Ausruhen und Verweilen mit Blick auf den Platz einladen. Dazu tragen als Sitzstufen gestaltete Absätze auf der Treppe bei. Die Rolltreppen rechts daneben werden vollständig verkleidet.

Auch von unten soll das Bauwerk umgestaltet und aufgehübscht werden. So ist angedacht, dass im Sockel des Aufstiegsbauwerks der Zugang zum barrierefreien Aufzug untergebracht ist. Außerdem könnten hier WC-Anlagen und ein neuer Laden Platz finden. Polierte und mit leichter Wellenform versehene Edelstahlbleche, mit denen die Unterseite der Brücke verkleidet werden soll, sorgen dann dafür, dass das Licht gespiegelt wird und der Platz unter der Brücke größer und atmosphärischer wirkt.

Wann genau diese Planungen realisiert werden und was die Bauarbeiten kosten werden, konnte Felix Schmuck noch nicht sagen. Er machte noch einmal deutlich, dass der Bauausschuss sich bereits Mitte 2019 entschieden hatte, das Aufstiegsbauwerk zu sanieren, anstatt es abzureißen und neu zu bauen. „Es kann sein, dass in einigen Jahren ein neues ÖPNV-System in Kiel entsteht, was dazu führen kann, dass das gesamte Bauwerk rückgebaut werden muss“, erklärte Felix Schmuck. Trotzdem macht es nach seiner Darstellung mehr Sinn, das bestehende Bauwerk zu sanieren, anstatt so lange nichts zu unternehmen, bis irgendwann eine Entscheidung in Sachen Stadtregionalbahn und Co. gefallen ist. Das sahen die Mitglieder des Ortsbeirats Mitte genauso. kae