Das trägt man ab Montag

Ab Montag sind im ÖPNV und in den Geschäften nur noch FFP2-Masken (links im Bild) oder OP-Masken erlaubt. Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff (im Foto rechts) dürfen dort dann nicht mehr getragen werden. Foto: Ulrike Volkmann

Kiel. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen muss ab dem kommenden Montag eine medizinische Schutzmaske getragen werden, also eine FFP2- oder OP-Maske. Der Grund: Die sogenannten Alltagsmasken schützen ihre Träger oft nicht ausreichend vor dem Corona-Virus. Wir erklären, was beim Kauf und Tragen von FFP2-Masken zu beachten ist.

Während medizinische Gesichtsmasken, auch OP-Masken genannt, vorwiegend für den Fremdschutz entwickelt wurden, also vor allem das Gegenüber vor Tröpfchen schützen, dienen FFP2-Masken gleichermaßen dem Eigen- und Fremdschutz – sofern sie kein Ausatemventil haben. Denn die „filtering face pieces“ oder partikelfiltrierenden Halbmasken, wie die FFP2-Masken eigentlich heißen, filtern Aerosole, Partikel und kleinere Tröpfchen über die Maskenfläche aus der Umgebungs- und der Ausatemluft. Haben sie ein Ausatemventil, entfällt der Fremdschutz.

FFP-Masken müssen dicht anliegen. Der Nasenbügel sollte genau an die Nase angepasst werden und die Maske eng am Gesicht sitzen, damit keine Luft an der Seite einströmen kann. Das kann unter Umständen für Bartträger zu einem Problem werden. Denn zwischen den Barthaaren bilden sich lauter kleine Kanäle, durch die die Luft ungefiltert strömen kann. Abhilfe schafft hier nur eine Rasur.

Zu bekommen sind FFP2-Masken zum Beispiel in Apotheken. In der Ansgar-Apotheke in der Holtenauer Straße etwa sind die Masken noch problemlos erhältlich, gleiches gilt für die Apotheke am Bebelplatz in Elmschenhagen und die Kielgesund-Apotheke in der Wik sowie die Nicolai-Apotheke in Eckernförde.

Um sich beim Kauf vor Fälschungen zu schützen, lohnt ein genauer Blick: Auf der Oberfläche der Maske sollte ein CE-Kennzeichen abgedruckt sein. Es zeigt an, dass die Maske allen Anforderungen entspricht. So wird beispielsweise geprüft, wie dicht die Maske sitzt und wie gut die Filterleistung ist. Sie muss bei FFP2-Masken bei mindestens 94 Prozent liegen, bei FFP3-Masken sogar bei 99 Prozent. Welche Prüfstelle die Maske gecheckt hat, das lässt sich durch den vierstelligen Code erkennen, der neben dem CE-Kennzeichen stehen sollte. Die 0158 steht beispielsweise für die Dekra, die 0445 für das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen.

Die Masken müssen regelmäßig gewechselt werden, jedoch spätestens, wenn sie durchfeuchtet sind. Dann müssten sie eigentlich entsorgt werden, denn offiziell kann man die FFP2-Masken nicht wiederverwenden. In der Maske befindet sich eine spezielle, elektrostatisch aufgeladene Filterschicht. Werden die Masken durch Atmung oder einen Waschvorgang feucht, verringert sich die Filterleistung. Da die Masken aber vergleichsweise teuer sind, suchen viele Menschen nach Möglichkeiten zur Wiederverwendung. Das hat auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erkannt. Es fördert ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, um Verfahren zu untersuchen, die das Risiko einer Infektion bei einer Wiederverwendung reduzieren.

In einem Flyer, der im Internet auf der Website der FH Münster einzusehen ist, stellt das Forscherteam zwei Möglichkeiten zur Wiederaufbereitung vor – zum Beispiel die Trocknung im Backofen. Dazu die Masken nach dem Tragen mindestens bis zum nächsten Tag an der Luft trocken lassen. Anschließend auf ein Blech oder Rost legen, den Ofen auf 80 Grad Celsius vorheizen und die Maske 60 Minuten im geschlossenen Ofen erhitzen. Keine Umluft oder Heißluft verwenden, da das die Keime verwirbeln könnte. Die Temperatur sollte konstant sein, die Tür zwischenzeitlich nicht geöffnet werden und das Blech zehn Zentimeter Abstand zu Ober- und Unterboden haben. Alternativ kann die Maske für sieben Tage an der Luft getrocknet werden. Dafür die Masken einfach an einem trockenen Ort mit ausreichend Abstand nebeneinander zum Beispiel an Nägeln aufhängen. Die Nägel dann mit den entsprechenden Wochentagen kennzeichnen. Eine Wiederaufbereitung in der Mikrowelle ist nicht möglich, da die meisten Masken einen Metall-Bügel besitzen, der hierfür ungeeignet ist. Beide Möglichkeiten sollten maximal fünf Mal angewendet werden, dann sollten die Masken entsorgt werden. Auch nach der Wiederaufbereitung sollten die Masken nicht an andere Personen weitergegeben werden. svp