Das Programm steht schon mal

Die Barockoper „Il Cambise – Geliebter Feind“ ist bereits fertig geprobt, die Schauspieler warten auf ihren großen Auftritt. Foto: Olaf Struck

Theater Kiel stellt Pläne für die zweite Spielzeithälfte vor – ohne konkrete Termine

Kiel. Das Theater Kiel hat das Programm für die zweite Spielzeithälfte 2020/21 bei einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt. Dabei hat das Theater bewusst auf die Nennung konkreter Premieren- und Konzerttermine verzichtet, da aufgrund des aktuellen Lockdowns einige Änderungen in der ursprünglichen Planung unvermeidbar sein werden.

In der Oper Kiel sind neben der bereits fertig geprobten Barockoper „Il Cambise – Geliebter Feind“ von Alessandro Scarlatti vier weitere Neuproduktionen geplant: die veristische Rarität „Tiefland“ von Eugen d’Albert in der Inszenierung des gefeierten Regisseurs Martin G. Berger, eine Operngala mit dem Titel „Tutto nel mondo è opera“ unter der Regie von Daniel Karasek, die letzte Oper aus der Feder Peter Tschaikowskis, „Iolanta“, die von Carlos Wagner inszeniert wird, sowie das Musical „Anatevka“ von Jerry Bock, die Regie führt Marco Dott. Weiterhin soll das für die vergangene Saison geplante Musical „Honk! – Anders als der Rest“ mit dem Kinder- und Jugendchor der Akademien am Theater Kiel als semikonzertante Version im Opernhaus zur Premiere kommen.

Beim Ballett Kiel steht die ursprünglich für November geplante Premiere „Das Bildnis des Dorian Gray“ ebenso in den Startlöchern wie ein Tschaikowski-Abend von Yaroslav Ivanenko, der unter dem Titel „Herzensstücke“ Ausschnitte aus „Schwanensee“, „Der Nussknacker“ und „Dornröschen“ vereint. Eine Aufwertung erfahren in dieser Saison die seit acht Spielzeiten beliebten jungen Choreografen unter dem Titel „Stepping Forward #Junge Choreograf*innen“. Die Choreografien von Mitgliedern der Company werden erstmals im Opernhaus gezeigt.

Das Philharmonische Orchester Kiel freut sich in der zweiten Spielzeithälfte auf Gast-Dirigenten wie Ivan Repušic und Johanna Malangré sowie auf Solisten wie Daniel Sepec, Fabian Müller und Annika Treutler, Griet de Geyter, Arkady Shilkloper und den international gefragten Geiger Frank Peter Zimmermann. Es stehen unter anderem Werke von Haydn, Beethoven, Bruckner und Mahler auf dem Programm. Weitergeführt werden soll auch die Phil-Extra-Reihe mit Konzerten in der Lille-Brauerei und an anderen ungewöhnlichen Orten.

Das Schauspiel Kiel hat bereits drei Stücke premierenfertig geprobt, die darauf warten, die Bühne zu erobern: das Familienmärchen „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ von Roland Schimmelpfennig, das abgekoppelt von Weihnachten im Opernhaus laufen soll, der Monolog-Reigen „Bin nebenan. Monologe für Zuhause“ von Ingrid Lausund sowie das erste Studio-Stück der Saison, „Country Music“ des britischen Gegenwartsdramatikers Simon Stephens. Zwei weitere Studio-Produktionen sind ebenfalls in Planung: „All das Schöne“ von Duncan Macmillan unter der Regie von Josua Rösing mit Kammerschauspielerin Almuth Schmidt sowie die Stückentwicklung „Alice“, sehr frei nach Lewis Carroll von der gefragten jungen Regisseurin Anna-Elisabeth Frick. Auf der großen Bühne sind weiterhin in Planung „Der Riss durch die Welt“ von Roland Schimmelpfennig in der Inszenierung von Ulrike Maack, die Shakespeare-Komödie „Maß für Maß“, bei der Daniel Karasek Regie führt, und eine neue musikalische Bühnenbearbeitung von Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ von Dariusch Yazdkhasti, der auch inszenieren wird. Flexibel erarbeitet wird zusätzlich der Klassiker „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield für drei Schauspieler, der zum gegebenen Zeitpunkt auf die Bühne kommt. Regie führt Daniel Karasek.

Im Jungen Theater im Werftpark sind drei Neuproduktionen in Planung: Der Liederabend „Jugend(Zimmer)“ mit Simon Burghart und in der Inszenierung von Astrid Großgasteiger, das Jugendstück „Deutschstunde“ nach dem Roman von Siegfried Lenz und der Regie von Johannes Ender sowie die Uraufführung des Kinderstücks „Wolfgang Wunderkind“ von Christian Himmelbauer, der auch Regie führen wird.

In die kommende Saison 2021/22 verschoben werden die Premieren von Mozarts „Die Zauberflöte“ in der neuen für Kiel geschriebenen Dialogfassung von Roland Schimmelpfennig sowie der Ballettabend „23! Ein Jubiläumsabend“. Diese Entscheidungen standen erst fest, nachdem das Spielzeitheft bereits gedruckt worden war.