„Das lange Warten hat sich gelohnt“

Das besondere Merkmal des „Lieblingsplatzes an der Veloroute“ ist der zum Fahrrad-Schnellweg geöffnete Innenhof mit Aufenthaltsqualität und einem Gastronomiebetrieb, der direkt mit dem Fahrrad angefahren werden kann. Viualisierung: Musthave

Planer stellten ihr fahrradfreundliches Bauvorhaben für die Kieler Christian-Kruse-Straße vor

Kiel. Bereits 2014 sollte es auf der freien Fläche neben der Tennishalle in der Christian-Kruse-Straße im Kieler „Stinkviertel“ losgehen: Die Baupläne waren fertig, ein Teil der Tennishalle wurde bereits abgerissen und die Mauer zum Parkplatz entfernt. Anschließend herrschte sechs Jahre lang Stillstand. – Bis zur vergangenen Sitzung im Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook, auf der das neue Bauvorhaben „Lieblingsplatz an der Veloroute“ vorgestellt wurde.

Hinter diesem wohlklingenden Namen verbirgt sich ein Neubau mit 206 Mikro-Appartements, Gewerbeflächen sowie einer Kfz- und Fahrrad-Tiefgarage. Bauherr und künftiger Eigentümer ist die Masthave GmbH aus Kiel, die Baubetreuung übernimmt die Heikendorfer Ostsee Hausbau GmbH. Geprägt wird der gesamte Bau von der parallel zur Christian-Kruse-Straße verlaufenden Veloroute 10, die das Grundstück auf der Rückseite begrenzt. Denn das Thema „Fahrrad“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Baupläne:

„Der Hof des U-förmigen Gebäudes wird zur Veloroute hin geöffnet sein und über eine Rampe die Fahrradstraße mit der Christian-Kruse-Straße verbinden“, berichtete Mit-Investor Sascha Thamm. Zudem sind in der Tiefgarage des Gebäudes neben 49 Pkw-Stellplätzen über 300 Stellplätze für normale und Lasten-Fahrräder geplant. „Das entspricht 1,5 Rad-Stellplätzen pro Appartement“, so Thamm.

Erreichbar sein wird die Tiefgarage für Radler über eine separate Rampe. Ausreichend Fahrrad-Stellplätze für Besucher sind genauso geplant wie ein Car-Sharing-Angebot direkt vor dem Haus. Auch mit dem Betreiber der „Sprottenflotte“ sei man im Gespräch, erläuterte Sascha Thamm.

Die rund 200 teilmöblierten Appartements in dem vier- bis fünfgeschossigem Gebäude, die es in vier verschiedenen Größen zwischen 29 und 34 Quadratmetern geben wird, sollen vorrangig an Studierende vermietet werden. Die durchschnittliche Kaltmiete wird laut Thamm etwa bei 500 Euro pro Wohnung liegen. 46 Appartements werden barrierefrei, fünf rollstuhlgerecht konzipiert sein.

Für die mit einer Glasfassade versehenen Flächen im Erdgeschoss ist eine Gewerbenutzung vorgesehen. Darüber bekommt das Gebäude eine Backsteinfassade. Im Innenhof soll mit Sitzstufen eine Platzatmosphäre geschaffen werden. In einem direkt an der Veloroute gelegenen zweigeschossigen Pavillon wird ein Gastronomie-Betrieb mit Drive-In-Möglichkeit für Radfahrer auf der oberen Ebene Platz finden. „Wir wollen mit dem gesamten Bauprojekt einen neuen Maßstab in Sachen Innovation und Mobilitätskonzept setzen. Das ganze Viertel soll davon profitieren“, erklärte Architekt Oliver von der Lippe. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für den Frühsommer 2023 geplant.

Die Mitglieder des Ortsbeirats zeigten sich allesamt beeindruckt vom „Lieblingsplatz an der Veloroute“. „Das lange Warten hat sich gelohnt“, lobte Vorsitzender Benjamin Walczak, „Das ist ein sehr spannendes Projekt, bei dem eine Menge dringend benötigter Wohnungen geschaffen werden.“ kae