CAU soll gewaltig wachsen

Das ist der Entwurf des Architekturbüros, auf dem dem der jetzt vorgestellte Rahmenplan für das neue Uni-Viertel aufbaut. Foto: Schmieder.Dau.Architekten.bda

Gebäude für Wohnen, Lehre, Forschung, Parken und Freizeit sind geplant

Kiel. Es ist ein Riesen-Bauvorhaben, was da am Bremerskamp am nördlichen Ende der Olshausenstraße in Kiel geplant ist: Dort soll ab voraussichtlich 2022 die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf rund zehn Hektar Fläche um ein komplettes kleines Stadtviertel wachsen. Im Laufe von mehreren Jahren und verschiedenen Bauabschnitten sollen allein fünf Studentenwohnheime, ein Parkhaus, eine neue Mensa II, ein neues Bio-Zentrum und ein komplett neues Zentrum für Evolutionsforschung entstehen – von rund einer halben Milliarde Kosten und knapp zehn Jahren Bauzeit ist die Rede.

Gemeinsam haben das Land, die Stadt Kiel, die CAU, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und das Studentenwerk Schleswig-Holstein ihre Vorstellungen eingebracht. Grundlage für den vor Kurzem vorgestellten Rahmenplan ist ein Entwurf des Kieler Architekturbüros „Schmieder.Dau.Architekten.bda“.

„Mit dem Bremerskamp erhält die Universität an zentraler Stelle innerhalb des Stadtgebiets neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Forschungs- und Lehrflächen, die nicht nur aktuelle Bedarfe einschließen. Hier ist Platz für die Zukunft: Hier entstehen neuartige Lebens- und Denkräume mit Aufenthaltsqualität und hohem Freizeitwert“, sagt CAU-Präsident Lutz Kipp. Oder wie es Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer formuliert: „Forschung und Lehre, Wirtschaft, Wohnen, Startups und Freizeit sollen sich hier begegnen. Auf diese Weise schaffen wir ein zukunftsfähiges Quartier und binden die CAU noch enger in die Stadt ein.“

Zusätzlich zu den neuen Gebäuden der CAU soll das jetzt noch in der Hermann-Weigmann-Straße untergebrachte Max-Rubner-Institut bis etwa 2026 in einen Neubau am Bremerskamp umziehen. Das Max Rubner-Institut (MRI) ist ein Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Der Forschungsschwerpunkt liegt im gesundheitlichen Verbraucherschutz und im Ernährungsbereich. Das MRI berät auf diesem Gebiet fachlich und erarbeitet wissenschaftliche Entscheidungshilfen für das BMEL. Am Standort Kiel ist unter anderem das Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie (MBT) und das Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch (MF) beheimatet.

Eines der ersten Gebäude, die nach den jetzigen Vorstellungen der Planer bis Ende 2025 stehen könnten, soll das ganz neue Evolutions-Forschungszentrum „Center for Fundamental Research in Translational Evolutionary Biology“ (CeTEB) sein. Es soll in unmittelbarer Nähe zum neuen Biologiezentrum entstehen. Der Forschungsbau wird neue Heimat für Forschende der Evolutionswissenschaften an der Kieler Universität und von ihren Partnerinstitutionen in der Region. Im Fokus der Forschung stehen transdisziplinäre Vorhaben, insbesondere die Anwendung evolutionsbasierter Konzepte zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen in Umwelt, Gesundheit und Ernährung. Ein Beispiel ist die derzeitige Antibiotikakrise. „So kann eine Antibiotikabehandlung, die die evolutiven Veränderungen von Keimen nicht im Blick hat, im schlimmsten Fall die Ausbreitung von multiplen Resistenzen anfeuern, anstatt sie zu verhindern“, so Hinrich Schulenburg, künftiger Sprecher des CeTEB. „Diese Gefahr versuchen wir mit unserem Ansatz der Translationalen Evolutionsbiologie zu verringern.“

Die Aufstellung der Bebauungspläne sollen bis Ende 2021 geschehen.