Baurecht auch für Erdhaufen

Seit rund zwei Jahren setzt sich Stefan Maierhöfer für eine spezielle Fahrrad-Sportanlage, einen "Dirtpark" in Flintbek ein. Wenn alles klappt, kann die Anlage als Teil dieser Sportanlage hinter der Flintbeker Feuerwehr entstehen. Foto: kst

Der lange Weg des Flintbeker Radsportvereins zum eigenen „Dirtpark“

Flintbek. Es klingt ganz einfach: Man nehme ein paar Lastwagenladungen Erde, forme sie zu Hubbeln, Bahnen und Sprungschanzen und kann dann mit dem Mountainbike in der Anlage Spaß haben. „Dirtpark“ nennt sich das, was Stefan Maierhöfer gemeinsam mit Gleichgesinnten in Flintbek aufbauen möchte. Doch ganz so einfach ist das alles nicht, denn erstmal muss dem deutschen Baurecht genüge getan werden. Dadurch dauern die Bemühungen um den Flintbeker Dirtpark nun schon gut zwei Jahre – immerhin: Inzwischen stehen die Chancen für den tatsächlichen Bau der Anlage in Flintbek ganz gut.

Die Anlage soll kontinuierlich gepflegte Bahnen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bekommen, die unter Anleitung und Aufsicht von erfahrenen Mountainbikern anderen ein sicheres und anspruchsvolles Training erlauben, aber auch Anfängern und sogar kleinen Kindern den Einstieg in diesen Sport ermöglichen.

Stefan Maierhöfer ist selbst begeisterter Mountainbiker. Als er im Januar 2018 auf der Suche nach einer legalen Mountainbike-Strecke war und nichts fand, entstand die Idee zum Dirtpark. „Es gibt schon lange an verschiedenen Stellen im Land illegale Strecken. Aber wir wollten diesen Sport legal für alle zugänglich machen“, sagt der heute 35-Jährige. Erste Unterstützer waren schnell gefunden: Eine Baufirma die mit Bagger und Kipplaster helfen wollte, eine Schilderfirma wollte die nötigen Schilder spendieren. Selbst bei der Gemeindeverwaltung in Flintbek stieß die Idee auf Zustimmung, wie Stefan Maierhöfer erzählt: „Der Bürgermeister hat mich gleich zu einem Gespräch eingeladen, die Verwaltung war von Anfang an auf unserer Seite.“

Doch wohin mit der Anlage? Die erste Idee war eine Fläche am Spielplatz im Heimstättenweg, aber die war im Flächennutzungsplan als „Spielfläche“ ausgewiesen. Weil der Dirtpark aber eine Hobbysportanlage für Fahrradfahrer ist und kein Spielplatz, darf er nur auf einer Fläche entstehen, die im Flächennutzungsplan als „Sportfläche“ gekennzeichnet ist. So etwas im „F-Plan“ einfach mal eben zu ändern, ist nicht: Das hätte viel Zeit gebraucht und wäre sehr teuer geworden. Also schlug die Gemeinde Idee Nummer zwei vor: In der Gemeinde gab es eine alte Tennishalle, die abgerissen werden sollte – vielleicht wäre der Dirtpark danach auf der frei gewordenen Fläche möglich? In diesem Fall machte das nach Baurecht obligatorische Lärmschutzgutachten einen Strich durch die Rechnung: Weil die Fläche unmittelbar an Wohnhäuser grenzt, wäre die Lärmbelastung für die dortigen Bewohner zu groß gewesen. Idee Nummer drei ist eine Fläche hinter dem Gebäude der Flintbeker Feuerwehr. Von der großen Freizeitsport-Rasenfläche dort kann der Dirtpark einen 16 mal 75 Meter großen Streifen abbekommen. Die Nachbarn sind neben der Feuerwehr zwei Kitas und die Sportanlagen des Flintbeker Bürger- und Sportzentrums. „Die Fläche ist ein Traum“, sagt Stefan Maierhöfer.

Seit Februar 2020 gibt es den eingetragenen Verein „Dirtpark Flintbek“ mit inzwischen 16 Mitgliedern, der die Anlage betreuen und pflegen wird – der Verein hat inzwischen einen Nutzungsvertrag für die Fläche mit der Gemeinde abgeschlossen. Auch das Lärmschutzgutachten hat diesmal nichts festgestellt, was gegen das Vorhaben spräche. Damit ist der Weg jetzt frei, um Anlauf für die nächste Hürde zu nehmen: den offiziellen Bauantrag. Den muss der Verein stellen, die Gemeinde Flintbek hat dabei Unterstützung zugesagt. Auch dessen Bearbeitung wird sicher noch eine Weile brauchen, doch inzwischen ist Stefan Maierhöfer zuversichtlich: „Wir werden unseren Dirtpark bekommen.“

Und bis es soweit ist, kann der junge Verein gerne noch mehr Mitglieder und Unterstützung vertragen. „Was wir dringend suchen, sind zwei IBC-Container, das sind Stahlgitter-Container, die jeweils einen Kubikmeter Wasser fassen“, sagt Stefan Maierhöfer. Mit dem Wasser sorgen die Radsportler dafür, dass die Bahnen stets die richtige Griffigkeit für die Reifen haben. kst

Infos zum Verein und zum Vorhaben unter www.dirtpark-flintbek.de