Auf Reisen mit Kokoschka

Die Lithografie „Tower Bridge III“ von Oskar Kokoschka entstand auf der Reise nach London 1967. Foto: Fondation Oskar Kokoschka

Künstlermuseum Heikendorf hat wieder geöffnet und zeigt zwei Ausstellungen

Heikendorf. Das Künstlermuseum Heikendorf freut sich, wie viele andere Museen und Ausstellungen auch, seit dieser Woche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein zu können. Die Änderungen des Ausstellungsplans, die die Corona-Pandemie so mit sich gebracht haben, führen dazu, dass nun zwei sehr unterschiedliche sehenswerte Sonderausstellungen dem Publikum präsentiert werden können.

So konnte die bisher nicht öffentlich gezeigte Ausstellung der fantasievollen und variantenreichen Werke von Monika-Maria Dotzer bis zum 30. Mai verlängert werden. Dazu gesellen sich jetzt grafische Arbeiten von Oskar Kokoschka, die er während seiner Reisen in den Jahren 1946 bis 1974 anfertigte. Diese Ausstellung wird in Abänderung der Planung nun im Atelierhaus des Museums, Teichtor 9, gezeigt – ebenfalls bis zum 30. Mai.

Die Arbeiten eines so berühmten Künstlers wie Oskar Kokoschka (1886 bis 1980) in einem kleinen, aber feinen Haus wie dem Künstlermuseum Heikendorf zeigen zu können, das ist das Verdienst der Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe. Heinz Spielmann, der Oskar Kokoschka noch persönlich kennenlernen konnte, zeigt unter anderem eben diese Werke aus seiner Sammlung ganz bewusst gerade in kleinen Häusern.

Die 70 grafischen Arbeiten, Lithografien und Zeichnungen fertigte Oskar Kokoschka auf seinen Reisen an. Das Reisen war für Kokoschka schon immer reizvoll, aber erst ab 1924/25 konnte er zum Beispiel Frankreich, England und Tunesien besuchen. Als „entarteter Künstler“ diffamiert, floh Kokoschka erst nach Prag und dann nach England. Ansichten Londons und auch Prags aus dieser Zeit sind vorwiegend Gemälde. Seine späteren Reisen führten ihn dann wieder durch Europa, aber auch bis in die USA. Aus dieser Zeit sind Lithografien aus London zu sehen. Die Statuen der klassischen Antike in Griechenland scheinen in seinen Blättern wieder zu neuem Leben zu erwachen.

Anfangs mit Skizzenblock und Stiften unterwegs, hatte er ab den 60er-Jahren Umdruckpapier und Lithokreide im Gepäck. Darauf zeichnete er seine Reiseeindrücke direkt und vor Ort und druckte seine Arbeiten dann als Lithografien.

Führungen können noch nicht angeboten werden, so hat sich die Museumsleiterin Dr. Sabine Behrens wieder entschlossen, für Fragen von Besucherinnen und Besuchern zu den Ausstellungen in der Ausstellungshalle zur Verfügung zu stehen. „Kunst im Zwiegespräch“ wird es an ausgewählten Donnerstagen geben, das nächste Mal am 25. März sowie 1. und 22. April, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonnabend, 14 bis 17 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr. Infos unter www.kuenstlermuseumheikendorf.de