Auf gute Zusammenarbeit!

Zwei Forscherinnen haben Brettspiel für besseres Teamwork entwickelt

KIEL. Messwerte und Forschungsdaten sind zumeist eindeutig, ihre Interpretation aber nicht – ein häufiges Problem in der Wissenschaft. Damit wissenschaftliche Teamarbeit besser klappt, haben zwei Forscherinnen aus Kiel und Berlin das Brettspiel „COLLAB“ entwickelt.

Um komplexe Fragestellungen zu beantworten, arbeiten heutzutage immer mehr Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Doch nicht alle Forschenden arbeiten gleich, sondern haben unterschiedliche Methoden, Ansichten und Herangehensweisen – ein potentieller Nährboden für Missverständnisse. Silja Klepp, Professorin für Humangeographie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hat dafür ein Beispiel parat: „Während Sozialwissenschaftlerinnen davon ausgehen, dass jeder Mensch sich selbst ein Bild von der Welt macht, sind die Naturwissenschaftlerinnen die, die die Welt messen, wie sie ist.“ Zusammen mit der künstlerischen Forscherin Johanna Barnbeck aus Berlin hat sie daher „COLLAB“ entwickelt, dass die fächerübergreifende Zusammenarbeit verbessern soll. „COLLAB“ steht für Collaboration, also Zusammenarbeit.

Während Barnbeck Erfahrung im Bereich der Bildungsspiele oder auch „Serious Games“ mitbringt, kennt Klepp sich im Forschungsbereich aus. „Zum konstruktiven Arbeiten braucht es nicht nur Verständnis für die Materie, sondern auch eine Kultur des Vertrauens“, so Klepp. Um das herzustellen, stellen sich die Teilnehmenden im „COLLAB“-Spiel gegenseitig verschiedene Fragen. Zum Beispiel: Was ist dein liebstes wissenschaftliches Werkzeug? Was ist Tabu in deinem Fach? Wie wird in deinem Fach die Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft diskutiert? „Am besten spielen Forscherteams das Spiel gleich zum Projektstart“, so Klepp. Die Spieldauer beträgt 90 bis 120 Minuten, mitmachen können vier bis sechs Spieler und Spielerinnen. Momentan sind alle Fragen auf die Wissenschaft ausgelegt, vorstellbar sei aber auch eine Adaption für Betriebe mit unterschiedlichen Abteilungen oder allgemeineren Projektteams. „Uns war es wichtig, dass das Spiel frei zugänglich ist, daher bieten wir es kostenfrei zum Download an“, so Barnbeck. Es kann aber auch als gedruckte Version vorbestellt werden. saa

Mehr Informationen gibt es auf der Seite https://de.interdisciplinarygames.net