Alte Bekannte und neue Begegnungen

Auch Gil Ofarim wird im Rahmen der Lesungen Inhalte aus seinem Buch vorstellen. Foto: Ina Bohnsack

Für Ende August ist wieder der Start der Reihe „LiteraturPur“ geplant

KIEL. Lange, viel zu lange musste das Kieler Publikum auf die beliebten Veranstaltungen von „LiteraturPur“ verzichten, doch am 20. August soll es endlich wieder losgehen – auf insgesamt acht Lesungen können sich Literatur-Fans bis Ende November freuen. Wenn es die Pandemie zulässt.

 „Wir haben so viel verschoben, so viel umgebucht, angepasst und organisiert, jetzt muss es endlich klappen“, sagt Veranstalterin Andrea Jung, die gemeinsam mit ihrem Mann Michael seit Jahren für das Programm der Reihe verantwortlich zeichnet. „Die Menschen hungern nach Kultur, das merken wir ganz deutlich bei denen, die ihre gekauften Karten der abgesagten Lesungen aus dem letzten Jahr bei uns umtauschen und uns durchweg ein positives Feedback geben. Nun heißt es hoffen, dass wir unser Programm in diesem Herbst auch präsentieren können.“ Und das ist vielfältig und spannend, aber natürlich nur unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen und vor Ort geltenden Hygienevorschriften durchführbar.

Doch das nehmen Veranstalter wie Autoren gern in Kauf – Hauptsache, es wird gelesen! Den Auftakt macht am Freitag, 21. August, die gebürtige Sylterin und Journalistin Susanne Matthiesen. In „Ozelot und Friesennerz“ beschreibt die Tochter des ehemals luxuriösen „Pelz-Matthiesen“ die „goldenen“ Sylter 70er-Jahre – als es noch „echte“ Insulaner und ebenso viele „falsche Fuffziger“ auf der Insel gab, bevor der Ausverkauf begann und sich die Einheimischen das Leben in ihrer Heimat nicht mehr leisten konnten.

Gleich zweimal muss ein anderes, echtes Nordlicht und alter Bekannter am 22. August ran: Wolfgang Kubicki holt seine abgesagte Lesung aus dem März nach, die Karten behalten ihre Gültigkeit, müssen aber umgetauscht werden (Umtausch nur am Info-Tresen der Stadtgalerie), da es aufgrund der Corona-Verordnung zwei Lesungen, eine um 16 Uhr, die andere um 20 Uhr geben wird. „Sagen, was Sache ist“ ist anscheinend nicht nur das Lebensmotto des FDP-Politikers, sondern auch Titel seines aktuellen Buches.

Ebenfalls auf dem politischen Parkett zu Hause ist Gregor Gysi, der sein Buch „Ein Leben ist zu wenig“ mit nach Kiel bringt (Di., 19. Oktober).

In einem ganz anderen Genre sind Gil Ofarim (So., 29. August im Metro-Kino), Max Gold (Fr., 15. Oktober, Kulturforum), Robert Kreis (Mi. 27. Oktober, Kulturforum) und Axel Hacke (Di., 9. November, Metro-Kino) zu Hause. Sie sind die Vertreter der feinen Künste. Der Musiker Gil Ofarim nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch Emotionen, durch Ups und Downs im Künstlerleben und zeigt, warum es so wichtig ist, niemals aufzugeben. „Freiheit in mir“ ist der Titel seines Buches, in dem auch sein ebenso berühmter Vater Abi Ofarim Erwähnung findet.

Max Goldt ist Kult – sein Name steht für die knallharte Entlarvung der Absurditäten im Leben – seine Fans lieben ihn. Hier ist Lachen garantiert.

Als „wohltuend für die Seele“ beschreibt Andrea Jung den Abend mit Robert Kreis. Seine Hommage an die „Golden Twenties“ lässt sein Publikum die Schwere der letzten Monate vergessen.

Nicht vergessen sollten Fans von Axel Hacke den 9. November, denn dann gastiert der Erfolgsautor im Metro-Kino. „Kein Abend mit Axel Hacke ist wie der andere. Ständig variiert er sein Programm und geht auf das Publikum ein“, schwärmt Andrea Jung, die den Kolumnisten der Süddeutschen Zeitung wieder nach Kiel holte. Mit dabei haben wird er sein neuestes Buch „Im Bann des Eichelhechts“, in dem es – wie so oft – um die deutsche Sprache geht.

Zu guter Letzt:  Was beschäftigt uns im Moment mehr als unsere Gesundheit? Und wer hat nicht seit Beginn der Corona-Pandemie mit dem einen oder anderen Pfündchen mehr auf den Rippen zu kämpfen? Was man dagegen tun kann, und wie man sich richtig ernährt, erklären die Ernährungs-Docs im Fernsehen. Dr. Silja Schäfer, Ernährungsmedizinerin aus Kiel-Suchsdorf, ist eine von ihnen und stellt ihr Buch „Abnehmen trotz 1000 Ausreden“ am Di., 16 November, ebenfalls im Kulturforum vor. vmn

Karten für alle Veranstaltungen gibt es am Info-Tresen der Stadtgalerie, Andreas-Gayk-Str. 31 und in der Tourist-Information am Stresemannplatz 1-3.