Allianz gegen das endgültige Aus

Nach dem Beschluss der Laboer Gemeindevertretung sind die Zeiten des Schwimmunterrichts sowie des Sport- und Badebetriebs in der dortigen Schwimmhalle endgültig vorbei. Foto: FV Hallenbad Laboe

Laboe. Das Meerwasserschwimmbad Laboe soll endgültig geschlossen werden. Das hat die Laboer Gemeindevertretung am 30. März mehrheitlich beschlossen. Die Mitglieder des Fördervereins Hallenbad Laoe, des Turnvereins Laboe und der Flüchtlingshilfe Laboe, Brodersdorf, Wendtorf wollen das aber nicht hinnehmen. Gemeinsam haben sie eine „Allianz zur Rettung des Kinderschwimmens“ gegründet. Mit der Sammlung von 15.000 Euro an Spendengeldern wollen sie erreichen, dass die Halle zumindest in der laufenden Saison noch für den Vereinssport und Schwimmunterricht geöffnet wird.

Der TV Laboe und der Förderverein bemühen sich seit Langem um den Erhalt der in die Jahre gekommenen Schwimmhalle, die – ebenfalls seit Langem – der Gemeinde Laboe jedes Jahr einen Verlust in sechsstelliger Höhe einbringt. Zwei Bürgerentscheide 2014 und 2017 hatten sich für den Weiterbetrieb der Halle ausgesprochen. Doch jetzt hat die Gemeindevertretung mit den Stimmen von LWG, CDU und SPD das endgültige Aus beschlossen.

Der Betrag von 15.000 Euro, den die neue Allianz jetzt sammeln will, geht auf Vergleichszahlen zurück, die Laboes Bürgermeister Heiko Voß (parteilos) während der Gemeindevertretersitzung vorgetragen hatte. Er selbst hatte auf dieser Sitzung den Antrag gestellt, die Halle im laufenden Jahr für Vereine, Verbände und Schwimmunterricht zu öffnen. Seinen Zahlen nach hätte der finanzielle Verlust bei einer Komplettschließung der Halle für dieses Jahr rund 313.000 Euro betragen, bei der beantragten Teilöffnung 328.000 Euro, also „nur“ 15.000 Euro mehr. Der Antrag wurde aber abgelehnt.

Mit ihrem Spendenaufruf will die „Allianz zur Rettung des Kinderschwimmens“ jetzt diese 15.000 Euro sammeln und sie der Gemeinde für die Teilöffnung wenigstens in diesem Jahr zur Verfügung stellen. Allerdings ist Fakt: Die Gemeindevertretung hat den Antrag für die Teilöffnung bereits abgelehnt und stattdessen die endgültige Schließung der Halle beschlossen – selbst wenn die Allianz das Geld zusammenbekommt, müssten diese Beschlüsse zunächst wieder rückgängig gemacht werden.

Dass das nicht unbedingt selbstverständlich passieren wird, ist offenbar auch den Mitgliedern der Allianz klar. Doch sie wollen ein Zeichen setzen. Und einen Plan B haben sie auch: Wenn die Halle trotz Spendengeld geschlossen bleibt, sollen die Spenden an die Schwimmsparte des TVL gehen, um Kindern, die Restplätze in anderen Schwimmhallen ergattern konnten, die Fahrt dorthin zu ermöglichen. kst

Infos unter www.tv-laboe.de