Alles schick in Streifen

Mit großer Schaufel und Fingerspitzengefühl verteilt Manfred Scheer eine gleichmäßige Schicht Granulat auf dem frischen Harz. Foto: kst

Busspur am Kleinen Kiel-Kanal bekommt das Muster des angrenzenden Pflasters

Kiel. Langsam wird es erkennbar: Wenn der Kleine Kiel-Kanal in Kiel fertig ist, werden seine Wasserbecken Teil eines Gestaltungs-Gesamtkonzepts sein: mit Gastronomieflächen, vielen Sitzgelegenheiten, Bauminseln, Wasserspielen und einer durchgehend einheitlich gestreiften Pflasterfläche in drei verschiedenen Grautönen. Vor Primark und TK Maxx ist das Streifen-Pflaster schon fertig, ebenso in weiten Teilen links und rechts des Kanalbeckens in der Holstenbrücke. Eine Besonderheit: Sogar auf den asphaltierten Flächen der Busspur und den nördlich und südlich angrenzenden Straßenbereichen wird sich das Streifenmuster der Pflasterung fortsetzen. Auf der Busspur haben Spezialisten der Osterrönfelder Firma Possehl Spezialbau damit schon begonnen. Streifen für Streifen haben die Männer sorgfältig abgeklebt, die Fläche dann jeweils mit einem lösemittelfreien Epoxidharz bestrichen und es anschließend satt mit dem jeweils im Grauton passenden Granulat bestreut.

Sonst bearbeitet die Firma mit diesem und ähnlichen Verfahren zum Beispiel Landebahnen, um sie in dem Abschnitt griffiger zu machen, in dem landende Flugzeuge abbremsen. Oder sie überziehen Radwege mit farbigen Beschichtungen, um sie deutlicher erkennbar zu machen oder sie bauen widerstandsfähige Böden für Industriehallen oder Parkhäuser.

Damit die Harz-Granulat-Mischung auf der Busspur am Kleinen Kiel-Kanal gut hält, haben die Spezialisten aus Osterröfeld die frisch asphaltierte Busspur zunächst „kugelgestrahlt“, also mit einem dicken Strahl aus maximal einen Millimeter kleinen Stahlkugeln beschossen, um die Oberfläche für die Beschichtung vorzubereiten. Neben den drei Grautönen für das eigentliche Pflaster sollen in den Rand- und Übergangsbereichen noch zwei weitere Grautöne eingebaut werden. „Alle Granulate sind bei uns im Werk genau passend zu Muster-Pflasterflächen hergestellt worden“, sagt Florian Lentz, Niederlassugsleiter für Schleswig-Holstein.

Nur an trockenen Tagen ist eine Beschichtung möglich. Trotzdem ist Florian Lentz zuversichtlich, die Busspur bis zum 10. August fertig zu haben – dann sollen dort wieder Busse fahren. Für die „Bestreifung“ der angrenzenden Straßenbereiche müssen sich Kieler Verkehrsteilnehmer, wenn es so weit ist, noch einmal auf zeitweise Vollsperrungen gefasst machen. kst