Alles Gute, Schleswig-Holstein!

Nicht nur landschaftlich hat Schleswig-Holstein einiges zu bieten. Hier im Norden leben auch die glücklichsten Menschen Deutschlands. Nun feiert das Land zwischen den Meeren 75. Geburtstag. Fotos und Collage: Svenja Paetsch

Der echte Norden feiert seinen 75. Geburtstag

KIEL. Sein Alter sieht man ihm nicht an. Mit 75 Jahren ist der echte Norden mit seinen grünen Wiesen, dem blauen Wasser und dem grauen Himmel immer noch „knackig“ wie eh und je. Und das, obwohl Schleswig-Holstein seit seiner Geburtsstunde schon so einiges erlebt hat.

Das Land zwischen den Meeren begann seine Entwicklung von der preußischen Provinz hin zum Bundesland am 23. August 1946. Damals sprach die britische Militärregierung mit der „Verordnung 46“ Schleswig-Holstein den vorläufigen Status eines Landes zu. Es dauerte aber noch fast drei Jahre bis Schleswig-Holstein mit Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 offiziell ein Bundesland wurde.

In den 75 Jahren seitdem wurde es ab und an stürmisch – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Vom 6. bis 17. Februar 1962 ließ eine verheerende Sturmflut Deiche brechen, überflutete Häuser und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Knapp 17 Jahre später, ab dem 28. Dezember 1978, begann es zu schneien und hörte nicht mehr auf. Der tagelange Schneesturm führte zu unpassierbaren Straßen, Stromausfällen und Versorgungsproblemen. Stürmisch – im übertragenen Sinn – wurde es auch während der Proteste gegen das Kernkraftwerk Brokdorf 1976 bis 1981, den bis heute ungeklärten Tod von Ministerpräsident Uwe Barschel 1987 und der Schubladenaffäre um Sozialminister Günther Jansen 1993.

Doch daneben gab es zum Glück auch viele sonnige Tage. So begann 1952 die Wiederbesiedelung von Helgoland, 1955 erkannten die Bundesrepublik und Dänemark wechselseitig ihre Minderheiten an und schrieben das freie Bekenntnis zur Volkszugehörigkeit und die Gleichbehandlung aller Bürger und Bürgerinnen fest. 1972 fanden die Segelregatten im Rahmen der Olympischen Sommerspiele von München in Kiel statt. Am 1. Oktober 1985 wurde das Wattenmeer Nationalpark. Und 2020 erklärte das Unesco-Komitee das Danewerk und die Wikingerstadt Haithabu zum dritten Welterbe in Schleswig-Holstein. Ebenfalls 2020 zeigten Umfragen vom Deutsche Post Glücksatlas, dass die 2,9 Millionen Schleswig-Holsteiner gemeinsam mit den Hamburgern zu den glücklichsten Deutschen zählen.

Und nun? Steht die Zukunft vor der Tür. Denn Altersmüdigkeit herrscht im nördlichsten Bundesland der Welt noch lange nicht. Kluge Köpfe treiben hier die Digitalisierung voran, sind innovativ und kreativ. Windkrafträder fangen die steife Brise auf Land und im Meer ein – die Energiewende ist hier in vollem Gange. Und mit dem Bau der festen Fehmarnbeltquerung rücken Dänemark und Schleswig-Holstein noch enger zusammen. Egal, was die Zukunft bringt: Mit seinen Leuchttürmen, den Rapsfeldern, dem Wattenmeer und seinen 1105 Küstenkilometern ist Schleswig-Holstein vermutlich eines der schönsten Bundesländer Deutschlands – und bewiesenermaßen das mit den glücklichsten Einwohnern. Sicherlich auch noch in den nächsten 75 Jahren.

Wer den Landesgeburtstag feiern möchte, kann am morgigen Sonntag nach Schloss Gottorf kommen. Unter dem Motto „75 Jahre Land SH – Unsere Geschichte – Unser Tag – unsere Zukunft“ gibt es neben dem offiziellen Festakt ein Bürgerfest. Dort präsentieren sich von 10 bis 18 Uhr zahlreiche Akteure aus ganz Schleswig-Holstein aus den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und Wissenschaft. Sie wollen mit ihren Darbietungen Gegenwart und Zukunft des Landes präsentieren. SVENJA PAETSCH