Abwaschen statt wegwerfen

Lisa Schill hat die Spülbar mit entwickelt. Aktuell steht die mobile Spülstation in einem Winterlager. Doch schon bald kann es wieder mit dem Spülservice für Veranstaltungen losgehen. Foto: Sabrina Böhm

Kiel. Von einem richtigen Teller schmeckt es einfach besser – das ist das Credo vom Projekt Spülbar aus Kiel. Mit ihrer mobilen Spülstation sorgen dessen Initiatoren auf privaten und öffentlichen Veranstaltungen für sauberes Geschirr und weniger Müll. Eine Idee, die schon mit mehreren Förderpreisen ausgezeichnet wurde.

Das Konzept der Spülstation ist vielen vom Kieler Weihnachtsmarkt bekannt. Doch die Spülbar spült nicht nur Tassen und Becher, sondern auch Teller und Besteck, und das ganz mobil auf einem Fahrrad. Vor zwei Jahren entwickelten die Studenten Lisa Schill, Anna Volc und Daniel Hoffmann die Idee zur mobilen Spülstation. „Wir haben zwei Mal beim yooweedoo-Wettbewerb gewonnen und vor Kurzem haben wir die Auszeichnung ‚Projekt Nachhaltigkeit‘ vom RENN-Netzwerk erhalten“, so Lisa Schill vom Spülbar-Team. RENN ist das regionale Netzwerk für Nachhaltigkeitsstrategien, das vom Rat für Nachhaltigkeit ins Leben gerufen wurde. Mit der ersten Förderung bauten die drei Studenten in der offenen Holzwerkstatt „Werk Statt Konsum“ ein Second-Hand-Lastenfahrrad zu einer mobilen Spülstation um. Kernelemente der Station sind das Spülbecken und der Industrie-Geschirrspüler. Ein zweites Rad soll von der Förderung des RENN-Netzwerkes demnächst gebaut werden.

Erster Einsatzort wurde der Kieler Wochenmarkt. „Wir haben gezählt, dass an einem Wochenmarkttag 400 Einwegbecher im Müll landen“, so Schill. Müll, der vermieden werden könnte. Auf dem Markt spülten sie anfangs ehrenamtlich, mittlerweile kann die Spülbar nur noch für Veranstaltungen gebucht werden. Die Kosten fürs Spülen übernehmen die Eventorganisatoren, für Besucher bleibt der Spülservice kostenfrei. Um vor Ort loszulegen, braucht das Spülteam Strom und Wasser, Geschirr ist dank vieler Spenden in großer Menge vorhanden. „Unsere Lösung zur Vermeidung von Einwegmüll ist einfach. Wir sind direkt vor Ort und niemand muss auf etwas verzichten“, sagt Schill. Daher ist es ihr auch wichtig, dass die Spülstation nicht irgendwo am Rand der Veranstaltung steht, sondern integriert wird. „Spülen gehört zur Esskultur dazu. Das muss man nicht verstecken, das macht sogar richtig Spaß“, so Schill, die das Projekt aktuell allein weiterführt. Ihre Vision: Die Spülbar kann für Veranstaltungen jeder Größe gebucht werden – auch ohne Personal. Nach einer kurzen Einweisung kann es schon losgehen. Wer die Spülbar buchen oder sich dem Projekt anschließen möchte, kann sich bei Lisa Schill melden: „Fleißige Spülhände sind immer gern gesehen“. saa

Weitere Informationen gibt es online unter www.spuelbar.com