Zwischen Mensch und Maschine – „Zora“

Stefanie Fimm (Leitung Physiotherapie), Direktor der Kinder- und Jugendklinik Prof. Dr. Ulrich Stephani (2.v.l.) und Prof. Dr. Jens Scholz (Vorstandsvorsitzender UKSH, re.) zeigten Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (3.v.l.) in der Kieler Uni-Klinik „Zoras“ Einsatzmöglichkeiten. "Foto:" space="1" Foto: Sascha Hass

Kiel. Technik soweit das Auge reicht – die Welt ist ohne Maschinen und Roboter kaum mehr vorstellbar. Dabei werden die Geräte immer optisch ansprechender entwickelt. Dies gilt auch für den medizinischen Bereich. Dazu präsentierte das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am vergangenen Mittwoch (UKSH) den humanoiden Roboter „Zora“. Bei „Zora“ handelt es sich um einen knapp 60 cm großen und 4,5 kg schweren Roboter mit menschenähnlichem Erscheinungsbild. Vorgestellt wurde er vom schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg, dem Vorstandvorsitzenden des UKSH, Prof. Dr. Jens Scholz, dem Leiter der Kinderklinik, Prof. Dr. Jens Scholz und Stefanie Fimm, der Leitung der Physiotherapie.

Den Roboter „Zora“ gibt es für das Universitätsklinikum gleich in zweifacher Ausführung. Es wird je ein Roboter an den Standorten Kiel und Lübeck zum Einsatz kommen. Der Preis eines solchen Roboters liegt bei 18.000 Euro. Für Heiner Garg ist „Zora“ dennoch eine lohnende Investition, da er einen wichtigen Baustein in der Digitalisierung darstellt. „Mit „Zora“ sollen Vorurteile gegen die Digitalisierung abgebaut werden.“, so der Gesundheitsminister.

Mit rund 400 Exemplaren auf der ganzen Welt ist „Zora“ keine Neuheit. Allerdings kommt er erstmalig im medizinischen Bereich zum Einsatz. Die Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums nutzt den Roboter als erste Klinik Deutschlands dafür. Das Einsatzgebiet von „Zora“ ist zunächst auf die Bereiche Kindermedizin und Altenpflege beschränkt. In der Kindermedizin soll er dazu beitragen, die jungen Patienten zu animieren.

Was für Kinder wie ein Spielzeug aussieht, soll den Fachkräften dabei helfen, die Kinder zu den notwendigen Übungen anzuspornen. Dazu ist der Roboter so konzipiert worden, dass er die Übungen vormachen kann. Zudem lässt er sich über einfache Sprachbefehle bedienen.

Auch in der Altenpflege ist der Roboter vielseitig einsetzbar. Neben Basisfunktionen wie die Erinnerung an Medikamenteneinnahme oder anstehende Ereignisse schafft es „Zora“ durch das menschenähnliche Erscheinungsbild, die Angst vor technischen Geräten zu nehmen. Im Zuge der Digitalisierung ist es besonders für ältere Menschen wichtig, an die technischen Geräte herangeführt zu werden. Durch die Statur findet eine Art Identifikation mit dem Roboter statt und es entsteht ein Gefühl von Vertrautheit. Während aktuelle medizinische Geräte noch vergleichsweise statisch sind, kann Zora durch den mobilen Einsatz vielseitig genutzt werden.

Für Stefanie Fimm steht eines fest: „Wenn man „Zora“ einmal kennenlernt, sind alle Dämme gebrochen.“ sah