Zwischen echt und surreal

Anders Grønlien, „Killer in Sunset“, 2012. FOTO: STUDIO GRØNLIEN, VÅGÅ

Kiel. Die Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31, zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung Bilder, Objekte und Videos zwischen Realität und Surrealität.

Die Schau „Neue Schwarze Romantik“ läuft noch bis zum 31. Oktober. Präsentiert werden 80 Werke von 34 internationalen Künstlern. Die Werke erwecken den Anschein dunkler Geheimnisse. Die Ausstellenden spielen mit den Ängsten und Fantasien des Publikums und betreiben dabei ein listiges Spiel der Wahrnehmung.

Auch das neugestaltete Foyer wird diesmal als Ausstellungsfläche genutzt: Das dort gezeigte Objekt „Black Sabbath/ABBA“ spielt ein Spiel mit der Bedeutung. Es kann als Buchstabeninstallation verstanden werden. Die zwölf 1,80 Meter großen Buchstaben sind variabel und werden während der Ausstellungsdauer vom Galerieteam umgestellt. So können verschiedene Bedeutungen entstehen. Die Buchstaben können beispielsweise den Namen der Heavy-Metal-Band Black Sabbath ergeben oder im Gegensatz dazu den der Popgruppe ABBA.

Sándor Szász „Origin“ (2012) und andere Werke, die sich zwischen den Realitäten bewegen, sind in der aktuellen Ausstellung der Kieler Stadtgalerie zu sehen. FOTO: ERIC TSCHERNOW, BERLIN

Ein aggressiver Kampfhund, ein Totenschädel mit Blumen oder das Modell einer nuklearen Explosion einer Atombombe: Die 34 ausgewählten Künstler aus Deutschland, Österreich, Norwegen, Schweden, Dänemark, Tschechien, Ungarn, Rumänien, den Niederlanden, den USA und Großbritannien sprechen verschiedenste dunkle Themen an. Die Gewöhnlichkeit des Bösen. Die kriminelle und zugleich vornehme Art der Macht. Die glatten Oberflächen der Begierden. Die finster in den Untergrund gebetteten Geschäfte und amoralischen Netzwerke. Dabei zeigen sie, wie die Handelnden mit dem Abgründigen verschmelzen. Durch die Vermischung von Realität und Surrealität wird ein Klima der Verunsicherung, des Zweifels und des Ungefähren erzeugt.

Martin Eder „A Raindrop Falling Into the Sea“ (2017). FOTO: UWE WALTER, BERLIN

Unter dem Titel „Afterimages“ wird auch ein internationales Filmprogramm präsentiert, das den Nachhall der Schwarzen Romantik in Film- und Videokunst zeigt.

Im Herbst 2012 widmete sich das Städel Museum in Frankfurt am Main mit seiner viel beachteten Sonderausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ den Schattenseiten der menschlichen Existenz und der dunklen Seite der Romantik sowie ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Die Ausstellung „Neue Schwarze Romantik“ versucht, zeitgenössische Strömungen zwischen der progressiven Musikart Dark Wave und der an der Kunst der klassischen Romantik orientierten Finsterstrategie ins Blickfeld zu rücken.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Künstlerhaus Bethanien (Berlin) und dessen Geschäftsführer und Kurator Christoph Tannert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch, Englisch und Tschechisch. Der Katalogpreis beträgt 35 Euro. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Das gilt jetzt für alle städtischen Museen.

Noch bis zum 31. Oktober, Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31, Kiel. Tel. 0431/9013400.