Zonta Club ehrt Kieler Schülerinnen

Die Zonta-Preisträgerinnen 2017

Kiel. Sie leiten den Schulsanitätsdienst, engagieren sich in der Schülerzeitung, in der Flüchtlingshilfe oder als Streitschlichterinnen. Dafür wurden vier Schülerinnen mit dem Young Women in Public Affairs Award des Kieler Zonta Clubs ausgezeichnet.

Schülerin Clara-Majada Henn von der Humboldt-Schule ist die Hauptpreisträgerin des Young Women in Public Affairs Awards des Kieler Zonta Clubs. „Mit diesem Preis in Höhe von 500 Euro zeichnen wir junge Frauen aus, die sich in vorbildlicher Weise ehrenamtlich in ihrer Schule und für die Gemeinschaft einsetzen. Dabei ist es uns wichtig, dass sie auch für ein modernes Frauenbild stehen“, informierte Clubpräsidentin Tatjana Moll im Rahmen der Preisverleihung.

Drei weitere Schülerinnen wurden mit einem Förderpreis in Höhe von 150 Euro ausgezeichnet. Darüber freuten sich Dolunay Temur vom Hans-Geiger-Gymnasium, Amal Allouch von der Max-Planck-Schule und Ruken Acer von der Jungmannschule in Eckernförde. Die begehrten Awards wurden von der Kieler Gleichstellungsbeauftragten Helga Rausch überreicht.

Clara-Majada Henn (16) ist Leiterin des Schulsanitätsdienstes und motivierte schon viele Mitschüler, ebenfalls die Schulsanitätsausbildung zu absolvieren. Sie ist Klassensprecherin, Tutorin für jüngere Schüler und außerhalb der Schule Nothelferin bei den Maltesern. „Es erfüllt mich, Verantwortung zu übernehmen. Der Umgang mit Menschen, ihnen zu helfen und mich für sie einzusetzen ist für mich etwas sehr Wertvolles“, begründet sie ihr Engagement.

Dolunay Temur (18) ist in der Mittelstufen-Theater-AG in leitender Funktion aktiv und zeichnet bei der Schülerzeitung für den Bereich Finanzen, Werbung und Layout verantwortlich. In der türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein engagiert sie sich im Projekt: „Farbenfroh – Kinderbücher bunter schreiben!“ Jugendliche mit einer Migrationsgeschichte setzen sich hier mit Vielfalt und Diskriminierung auseinander. Sie entwickeln Kinderbücher, die neue und moderne Rollenbilder vermitteln. „Mir ist bewusst geworden, dass die Zukunft in den Händen der Kinder liegt. Wenn man in der Gesellschaft etwas bewirken möchte, sollte man bei den Kindern anfangen“, ist die junge Kielerin überzeugt. Amal Allouch (18) meint: „Jeder Mensch, jede Frau hat das Recht von Geburt an, das zu tun, was sie tun möchte. Sie sollte sich niemals durch Vorurteile aufhalten lassen.“ Sie war fünf Jahre Klassensprecherin, gibt ehrenamtlich Nachhilfe und rief an ihrer Schule eine Integrations-AG für Flüchtlinge ins Leben, die sie auch leitet. Außerdem ist sie Mitglied der Schülervertretung und Delegierte ihrer Schule für das Stadt-Schüler-Parlament.

Ruken Acer (16) ist in ihrer Schule Ansprechpartnerin und Dolmetscherin für kurdisch- und türkischsprachige Flüchtlingsfamilien. Sie hilft in der Schulbücherei mit, ist Streitschlichterin und Patin einer fünften Klasse. „Vor allem unterstütze ich Mädchen, die wegen der Flucht aus ihrer Heimat psychisch labil und zum größten Teil sehr schüchtern sind“, berichtet sie.

Clubpräsidentin Tatjana Moll lobte die Schülerinnen für ihr unermüdliches soziales Engagement: „Sie sind damit ein tolles Vorbild und eine Ermutigung für andere junge Frauen, sich etwas zu trauen!“

Der Zonta Club Kiel ist Teil von Zonta International. Dies ist eine weltweite Organisation selbstständiger und berufstätiger Frauen, die durch ehrenamtliches Engagement die rechtliche, politische, soziale und berufliche Stellung von Frauen fördert. Infos unter www.zonta-kiel.de. (ke)