Wo Licht ist, ist auch Schatten

Künstler Ulrich Behl und Dr. Dorothee Bieske, Leiterin des Museums, eröffneten Behls neue Ausstellung im Museum Eckernförde am 7. Mai. FOTO: MKS

Eckernförde. Ulrich Behl gehört zu den bekanntesten und umtriebigsten Künstlern, die das nördlichste Bundesland zu bieten hat. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn schon nach Venedig. Seine neueste Ausstellung ist im Eckernförder Museum ausgestellt. Dort spielt der versierte Künstler mit Licht und Schatten. Unter dem Motto „Ulrich Behl-Je zwei vom Ganzen“ sind dort Werke aus seinem fünfzigjährigen Schaffen ausgestellt. Die Leiterin des Museums, Dr. Dorothee Bieske freute sich darüber ihren alten Mentor auf der Ausstellungseröffnung einmal wiederzusehen. „Unsere Geschichte begann an der VHS in Kiel, an der Ulrich Fachbereichsleiter war“, erinnert sich Bieske. Sie habe stets unkomplizierte und kreative Gespräche mit ihm führen dürfen, die sie auf ihrem Weg bestätigt haben. Der Künstler Ulrich Behl ist in seinem Schaffen flexibel. Von farbigen Gemälden, die Lichtverläufe an geometrischen Figuren abbildeten, bis hin zu künstlerischen Experimenten, alles entspricht seinem Können. Gerne wird an die grafitbeschichtete Tischtennisplatte erinnert, die durch das Spiel zu einem Kunstwerk von unnachahmlicher Schönheit wurde. Doch es begann alles anders. „Ich habe das Leben eigentlich immer satirisch gesehen“, sagt Behl. So habe er auch ein „trialogisches Kabarett“ gegründet. Schon in der Studienzeit kam die Begeisterung für die Kunst jedoch immer stärker durch. In der von ihm gegründeten Studienzeitschrift „dialog“ veröffentlichte er regelmäßig Karikaturen. Und doch schlug er nach der Studienzeit zunächst nicht den Weg der Kunst ein. Ulrich Behl begann seine Laufbahn als Lehrer. Doch auch hier ließ ihn die Malerei nicht los. Davon zeugen zwei Werke in seiner Ausstellung, die komplett aus dem Rahmen fallen. Die meisten Werke versuchen durch An- und Abwesenheit von Licht Formen zu schaffen und zu beschreiben. Doch an einer Wand hängen zwei Bilder, die nicht in dieses Muster passen. Hier sind zwei gesichtslose Menschen zu sehen. Nur mit schwarzer Farbe auf einem Stück Tapete fing Behl eine Situation ein, die grade wegen ihrer Andersartigkeit die Aufmerksamkeit der Besucher erregt. Normalerweise sind Behls Werke durchdacht und sind das Ergebnis eines langen Prozessen. Doch diese beiden zeigen die spontane Seite des Künstlers. „Damals war ich Lehrer und es war die sechste Stunde. Auf einmal standen zwei Schüler in der Tür. Dieses Motiv musste ich festhalten“, erinnert sich Behl. Spontan wies er die Schüler an stehen zu bleiben und malte auf einem abgerissenen Stück Tapete ihre Konterfeis. Die Spontanität der Werke beeindruckt. Sie zeigt den Facettenreichtum des Kieler Künstlers, der2016 den Kultur und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel gewonnen hat. Seine anderen Werke spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters. Sie verändern sich, wenn der Betrachter sich bewegt. „Der Betrachter muss sich verändern, dann sieht er mehr im Leben“, kommentiert Behl. Bei 40 Gemälden aus der kompletten Schaffensgeschichte sind dem Besucher viele Möglichkeiten gegeben, sich in die Arbeit des Kieler Künstlers hineinzuversetzen. Am 2. Juli um 11:30 Uhr hat man die Möglichkeit zum Künstlergespräch im Museum. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 10 bis 12:30 Uhr und von 14:30 bis 17 Uhr zu betrachten. Am Sonnabend und Sonntag öffnet das Museum zwischen 11 und 17 Uhr. (mks)