Willy Knoop: Keine Vorliebe für das Konkrete

Erich Hartmanns „Boote am Strand“ zeigen expressionistische Züge. Foto Stoltenberg

Heikendorf (pst) Er war ein Künstler, der sich nicht dem Konkreten verpflichtet fühlte und sich noch bis ins hohe Alter äußerst wandlungsfähig zeigte: Willy Knoop wurde als Sohn eines Maurers in Lütjenburg geboren und entschied sich 1918, freischaffender Künstler zu werden. Als solcher wurde er Mitglied einer wegweisenden Künstlergruppe in der Hansestadt Hamburg. „Willy Knoop und die Hamburgische Sezession“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung im Künstlermuseum Heikendorf. Die wird noch bis zum 7. Mai gezeigt.

Man sollte als Besucher schon viel Zeit mitbringen. Denn die Ausstellung wird nicht nur durch stilistische Vielfalt geprägt, sondern auch durch die unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten. Mal waren sie Autodidakten, die sich von namhaften Künstlern ausbilden ließen, mal akademische Künstler und auch eine Künstlerin, die im späten 19. Jahrhundert nicht die Möglichkeit hatte, akademisch ausgebildet zu werden.

Besonders „schillernd“, weil ansonsten ganz bodenständig, war Willy Knoop. Durch unbekümmertes Experimentieren mit Formen und Farben entwickelte er seinen ganz eigenen Stil – zeigte aber auch expressionistische Einflüsse. Knoop und die rund 54 Wegbegleiter der „Hamburgischen Sezession“ widmeten sich dem Ziel, das Klima für Künstler in der kaufmännisch geprägten Hansestadt zu verbessern. 1937 – und das darf man im Nachhinein als besondere Auszeichnung werten – wurden Knoops Werke zusammen mit denen der ganz großen seiner Zeit, von den Nationalsozialisten als “entartet“ eingestuft. Mit über 70 Jahren entdeckte Knoop, der vorher Aquarelle malte, seine Leidenschaft für die Ölmalerei. Er zeichnete sich auch schon dadurch für seinen besonderen Humor aus, als er in einem Brief ans Finanzamt einen recht kecken Ton wählte, um seine spärlichen Besitztümer zu beschreiben.

Rund 50 Werke von Knoop und anderen Künstlern der „Hamburgischen Sezession“ umfasst die Ausstellung. Manche Gemälde sind kubistisch inspiriert, andere wieder rein abstrakt gehalten. Immer wieder sind in Landschaftsdarstellungen, Portraits oder maritimen Motiven expressionistische Einflüsse zu erkennen. Ganz realistische Darstellungen zeigen wiederum Grafiken.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.