Wilde Blumen für den Schlosspark

Ken Scheibe (von links), Lotta Dahl, Lukas Koldewey und Dr. Christian Dolnik pflanzen die Hohe Schlüsselblume unter eine Blutbuche. Das Primelgewächs ist an Schattenplätze bestens angepasst. FOTOS. KIB

Lehmkuhlen. Hellgelb ist sie, und blühen wird sie hier wahrscheinlich schon im kommenden Frühjahr: Primula elatior, die Hohe Schlüsselblume, fand vergangene Woche mit 250 Exemplaren Einlass in den Schlosspark Bredeneek.

In guter Narbenpflanzung in den Boden gebracht: Primula elatior, die Hohe Schlüsselblume, die hier mit Glück im nächsten Frühjahr schon ihre zitronengelben Blüten zeigt.

Michael Nienaber, Lehrer des Berufsbildungszentrums Plön und Leiter des Wahlpflichtkurses „Lernen auf dem Acker“ in der Fachschule für Sozialpädagogik in Preetz, hatte den Kontakt hergestellt. Zwischen dem „Schlossherrn“ Jürgen Paustian, der sich eine bunte Wiese wünschte, und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die mit ihrem Projekt „Blütenmeer 2020“ selten gewordenen heimischen Wildpflanzen wieder ein Zuhause in Schleswig-Holstein geben will. „Die Hohe Schlüsselblume ist heimisch in Bachschluchten, Wäldern, auf Feuchtwiesen. Sie blüht schon im April, für die Wild- und Honigbienen ist sie daher eine der ersten Pflanzen zum Nektar saugen. Die Bäume sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht belaubt, die Schlüsselblume kann daher auch in ihrem Schattenbereich gedeihen. Dort macht sie Photosynthese, tankt Energie, die sie in ihrer Knolle speichert. Im Sommer bildet sie Samen, die für die Verbreitung sorgen“, erklärt Dr. Christian Dolnik, Projektleiter bei der Stiftung.

Dann zeigt er den zwölf Schülern von Nienaber, wie man die Gewächse mit der kleinen Hacke in „guter Narbenpflanzung“ in den Boden bringt. Lange dauert es nicht, und die beiden ausgewählten Standorte unter einer Traubeneiche und einer Blutbuche sind mit Primula, die auch als Heilpflanze in Hustensäften Verwendung findet, angereichert. In Zukunft werde weniger gemäht und in Teilbereichen werden Schafe eingesetzt, so können Schlüssel- und andere Wiesenblumen wie Schafgarbe, Knollenhahnenfuß oder Ferkelkraut blühen und fruchten – ein Gewinn nicht nur für die Honigbiene und ihre wilden Schwestern, sondern auch für die Besucher des Parks. Paustian: „Mir ist wichtig, dass das hier mit Leben gefüllt ist.

Die Menschen sollen sich an dem Park erfreuen und dieses Erleben über die Generationen weitergeben.“ Bei den eingesetzten Schlüsselblumen handelt es sich übrigens nicht etwa um eine gezüchtete Form. Die eigens für das Projekt „Blütenmeer 2020“ eingerichtete Archegärtnerei im Archepark in Eggebek hat Wildsaat von einem Standort am Ufer des Großen Plöner Sees verwendet, um die Pflanzen vorzuziehen. Das Projekt „Blütenmeer 2020“ wird mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. kib

Weitere Informationen im Internet unter www.bluetenmeer2020.de