Weitwandern trotz Rheuma – Auf ihrer Deutschland-Tour macht Marion Riedel Mut und sucht nach Mitwanderern

Marion Riedel: Marion Riedel will die Situation für autoimmunerkrankte Menschen verbessern.

AS-MR vor Schilksee: Im Mai wanderte Marion Riedel von der Dänischen Grenze teilweise an der Ostsee entlang nach Kiel.
Fotos: Gerd Lankenau

Kiel. Mit ihrer „Aktion Schrittmacher“, einer Wanderung von der dänischen Grenze bis an den Bodensee, macht die Bremerin Marion Riedel auf die problematische Diagnose und Therapie von rheumatischen und anderen Autoimmunerkrankungen aufmerksam. Die 55-Jährige ist selbst betroffen, darum will sie auch Mut machen. Wer möchte, kann sich per Handy mit Marion Riedel verabreden und ein Stück mitlaufen – vielleicht, um sich als selbst Erkrankter mit ihr auszutauschen, oder um sie zu unterstützen. Sich schöne Ziele setzen und sie erreichen, immer wieder herauskommen aus den Tälern, in die die Krankheit einen ziehen will. Seitdem Marion Riedel weiß, dass sie eine seltene Autoimmunerkrankung hat, kämpft sie darum, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. „Ich habe Polyangiitis und sie hat nicht mich“, ist ihre Philosophie. Eines ihrer Lebensziele war schon vor ihrer Diagnose 2015, den Europäischen Fernwanderweg 1 (E1) durch Deutschland zu laufen. Den 1900 Kilometer langen Weg hat sie in lose verteilte Ein-Wochen-Abschnitte unterteilt und diese wiederum in Tagesetappen. Den ersten Abschnitt von der dänischen Grenze bis Kiel ist die Bremerin schon im Mai gelaufen. Jetzt ist sie für den zweiten Abschnitt von Kiel nach Lübeck wieder angereist. Am kommenden Freitag, 24. August, startet sie innerhalb dieses Abschnitts in die erste eigentliche Wander-Etappe von Preetz nach Wittmold.

Weil Marion Riedel gelernt hat, mit ihrer Krankheit umzugehen, setzt sie ihre Ziele so, dass sie erreichbar sind. Meist startet sie nicht vor 10 Uhr, bei zu schlechtem Wetter oder wenn die Krankheit sich stärker meldet, wandert sie vielleicht auch mal gar nicht. Wer ein Stück mit ihr zusammen gehen möchte, ruft sie am besten auf dem Handy an und verabredet sich kurzfristig mit ihr. Insgesamt will die Bremerin in ihrem Tempo und quasi häppchenweise so viel vom E1 laufen wie möglich. Zwischen den Wanderwochen macht sie jeweils eine Weile Pause. Auf diese Weise will sie am 29. Februar 2024, dem Tag der seltenen Erkrankungen, in Konstanz ankommen. Ihre Hoffnung ist, dass sie mit der Aktion Schrittmacher dazu beitragen kann, dass rheumatische Erkrankungen früher und besser erkannt werden und die Therapien besser und patientengerechter gestaltet werden können. Ihre Aktion soll dabei auch ein Knotenpunkt sein, über den sich Betroffene, Therapeuten und Unterstützer vernetzen können. Am Freitag, 24. August, wandert Marion Riedel von Preetz nach Wittmoldt, in den folgenden sechs Tagen weiter nach Plön, Bad Malente, Eutin, Schönwalde, Neustadt, Bad Schwartau und Lübeck. Alle Etappen und Infos zur Aktion Schrittmacher sind im Internet unter www.aktion-schrittmacher.de zu finden. kst

Wer mitwandern oder Marion Riedel unterstützten möchte, kann sich unter Tel. 0170/7568837 mit ihr in Verbindung setzen.