Was „Grenzen“ trennen und verbinden

Die Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, was Grenzen in unserer durch Konflikte geprägten Welt bedeuten. Das Ergebnis ist ab dem 1. Juli im Plöner impuls Theater zu sehen. FOTO: HFR

Plön. Am Sonnabend, 1. Juli, wird in der Aula am Schiffsthal in Plön erneut ein Tanztheaterstück von impuls – Schule für Rhythmik und Tanz seine Premiere feiern.

In „Grenzen“ prallen die Lebenswelten von jungen Flüchtlingen und deutschen Jugendlichen aufeinander. Entstanden ist eine Tanztheaterproduktion, die sich als Plädoyer für Mitmenschlichkeit, Toleranz und Respekt dem Anderen gegenüber versteht.

Die Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, was Grenzen in unserer durch Konflikte geprägten Welt für jeden Einzelnen und für die Gemeinschaft bedeuten.

Es ist ein abendfüllendes Tanztheaterstück, von 32 jugendlichen Tänzerinnen gemeinsam erdacht und unter der Leitung von Ulrike Pfeiffer choreographiert und beschäftigt sich musikalisch und tänzerisch mit einem für die Tanzgruppe hochaktuellem Thema.

Nach zwei Jahren Recherche, Diskussionen, Experimentieren und Improvisieren ist ein eigenes Stück entstanden, dass temporeich, dabei einfühlsam und pointiert die Thematik im Sinne der Jugendlichen auf die Bühne stellt. In dieser Zeit entwickelte sich die weltpolitische Lage so schnell, dass die Aktualität des Stückes immer wieder angepasst und hinterfragt werden musste. Die Jugendlichen luden minderjährige und erwachsene Flüchtlinge zu sich in den Unterricht ein, hörten deren Lebensgeschichte und diskutierten mit ihnen.

Das Glück der Geburt bestimmt über den Ort der Kindheit. Was bedeutet es, Kind zu sein in Kriegsgebieten, welch ein Glück bedeutet es, hier in Deutschland geboren zu werden? Was heißt es, ein Leben in Perspektivlosigkeit, in Krieg und Terror zu beginnen oder in einer Wohlstandgesellschaft aufzuwachsen? Wie verantwortlich gehen wir mit Freiheit und Demokratie um?

Am Beispiel von Malak, einem Mädchen aus Syrien wird exemplarisch eine typische Fluchtgeschichte aufgegriffen. Als roter Faden leiten ihre Erinnerungen und Erlebnisse durch das Stück. Ihr gegenüber stehen deutsche Jugendliche, die selbst auf Identitätssuche in einer Wohlstandsgesellschaft sind.

„Grenzen“ ist bereits das achte Tanztheaterstück, das impuls auf die Bühne bringt. Es bebildert der Tanz auf der einen Seite die Begegnung mit Krieg, Terror und Flucht und den alltäglichen Herausforderungen einer hoch entwickelten Wohlstandsgesellschaft. Auf der anderen Seite findet er eine eigene Sprache für Empfindungen und Erlebnisse, für die es keine Worte gibt. Er berührt dort, wo Worte Grenzen setzen und gibt Raum für Emotionen. Diese sehr intensive Auseinandersetzung ließ ein Stück entstehen, das nicht stringent eine Geschichte erzählen will, sondern vielmehr von der kontrastreichen Gegenüberstellung der Parallelwelten lebt.

Grenzen im welt- und gesellschaftspolitischen Zusammenhang, aber auch der Sinnhaftigkeit von Grenzen werden so aus dem Blickwinkel junger Menschen beleuchtet. Unterstützt wird das Tanztheater von Amnesty International, der Ortsgruppe Eutin/ Plön sowie von der Ulbricht-Stiftung. Weitere Termine: 2. Juli, 17 Uhr, 8. Juli, 19 Uhr und 9. Juli, 17 Uhr. (ke)

Premiere Sonnabend, 1. Juli, 19 Uhr, Theater am Schiffsthal, Plön. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten