Vorboten des Brücken-Neubaus – Erste Arbeiten dienen zunächst dem Erhalt des Fledermaus-Winterquartiers

Mit ihrem roten Bogen wird die neue Levensauer Hochbrücke an die alte erinnern. Das südliche Widerlager der alten Brücke (rechts) bleibt unter der neuen Brücke erhalten. Visualisierung WSA Kiel-Holtenau

Kiel. Bis es richtig los geht mit dem Neubau der Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, wird es noch eine Weile dauern, doch erste Auswirkungen werden die Verkehrsteilnehmer wie Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger schon ab den kommenden Wochen zu spüren bekommen: Bereits ab der zweiten Oktoberwoche bis Ende 2018 wird der Stadtparkweg zwischen der Unterführung Am Wiesenhof und den Parkplätzen der Holstein-Sportanlage für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt. Diese können den Alten Steenbeker Weg als Ausweichroute nutzen. Autofahrer auf der B76, die über die benachbarte neuere Kanalhochbrücke führt, müssen sich voraussichtlich ab November auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine veränderte Verkehrsführung einstellen. Der Grund ist die Anlage von Baustraßen zwischen den südlichen Zufahrtsdämmen von alter und neuer Levenauer Hochbrücke, die das künftige Baufeld mit der B76 verbinden. Im kommenden Jahr wird die Alte Levensauer Hochbrücke dann zeitweise für den Straßen- und Schienenverkehr sowie für Fahrradfahrer und Fußgänger gesperrt. All das dient zunächst der Vorbereitung der eigentlichen Arbeiten.

Die Alte Levensauer Hochbrücke aus dem Jahr 1894 hat nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes allmählich das Ende ihrer Verkehrstauglichkeit erreicht. Außerdem ist die Durchfahrt, die sie bietet, durch ihre Bogenkonstruktion für den modernen Schiffsverkehr und die geplante Kanalverbreiterung zu schmal geworden. Bis voraussichtlich 2024 soll für rund 50 Millionen Euro ein Neubau die alte Brücke ersetzen, der deutlich größer ist, aber durch einen markanten roten Bogen an seine Vorgängerin erinnert.

Ursache für die jetzt zunächst anstehenden Arbeiten ist eine Besonderheit: Das aus Ziegeln gemauerte südliche Widerlager der alten Levensauer Hochbrücke enthält einen riesigen Hohlraum, der eines der bedeutendsten Fledermaus-Winterquartiere Europas darstellt. Etwa 5000 bis 6000 Tiere verschiedener Fledermausarten überwintern dort regelmäßig. Darum bleibt beim Abriss der alten Brücke ihr südliches Widerlager erhalten, die neue Hochbrücke wird darüber hinweg gebaut. Allerdings muss das Widerlager oberhalb des Gewölbes umgebaut werden, damit es bestehen bleiben kann. Diese Umbauarbeiten hat das Wasser- und Schifffahrtsamt für 2019 vorgesehen. Kst