Von Star Wars und Pfannkuchen – „Johanna-Mestorf-Zeitung“, „Papyrus“ und „Grips“ aus Kiel und Schönberg gehören zu den besten Schülerzeitungen im Land

Foto: svp. Die 23 Redakteure unter Leitung von Lehrer Dirk Breede und mit Unterstützung der Schulleiterin Angela Günther arbeiten jeden Freitag an der Johanna-Mestorf-Zeitung.

Kiel. Die 23 Mitglieder der Schülerzeitungs-AG der Johanna-Mestorf Schule besuchen erst die dritte und vierte Klasse – und sind doch schon preisgekrönte Nachwuchsjournalisten: Am 9. Februar wurde die Johanna-Mestorf-Zeitung beim Schülerzeitungswettbewerb Schleswig-Holstein mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Sie setzte sich damit gegen 70 Redaktionen durch, die jährlich an dem Wettbewerb teilnehmen, und die nach Schulformen getrennt – von der Grundschule bis zu den beruflichen Schulen – von einer Jury, unter anderem aus jungen Medienmachern und Mitgliedern des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, bewertet werden. Kriterien sind unter anderem die Darstellung des Schullebens, die Einbeziehung jugendrelevanter Themen im außerschulischen Bereich sowie die Sprache und grafische Gestaltung: Die Johanna-Mestorf-Zeitung überzeugte.

„Mir ist es wichtig, dass die Zeitung eine Schülerzeitung bleibt. Die Artikelauswahl orientiert sich deshalb sehr an den Kindern und ihren Interessen. Unsere Schüler überlegen sich selbstständig Themen, die sie alleine oder zu zweit bearbeiten möchten“, so Dirk Breede, leitender Lehrer der AG. Das Ergebnis: Eine bunte Mischung aus einem Bericht über den Millennium Falcon aus Lego, einem Interview über den Schulanbau, Filmtipps, Computerspielen, Sport, einem Pfannkuchenrezept, (Kuschel)Tieren und eigenen Erlebnisberichten. Einziges Kriterium: „Die Texte müssen für alle Schüler geeignet sein, von der ersten bis zur vierten Klasse“, erklärt Breede.

Zur Illustration nutzen die Schüler eigene Bilder oder Zeichnungen. „Die farbige Ausgabe kostet 1 Euro, die schwarz-weiße 50 Cent“, erklärt der neunjährige Gian. „Fast jeder Schüler möchte eine Zeitung haben.“ In Etappen werden 100 bis 120 Zeitungen gedruckt – bei 260 Schülern eine hohe Auflage. „Bei uns wird es nicht langweilig: Die Kinder bringen immer wieder viele spannende Ideen ein – ob Sonderausgaben oder Aktionsbeilagen“, so Breede.

Das Konzept scheint aufzugehen: „Die Schülerzeitung ist eine sehr beliebte AG. Mehr als die jetzigen Mitglieder können wir kaum aufnehmen. Die AGs werden jedes Jahr neu gewählt, aber viele Kinder machen bei der Schülerzeitung weiter mit“, freut sich Breede. Gregor, neun Jahre, stimmt seinem Lehrer zu: „Es macht mir viel Spaß, Texte zu schreiben. Wir arbeiten mit Word, damit kann man so viel machen. Außerdem mag ich die Gruppenarbeit.“

Auch Schulleiterin Angela Günther zeigt sich erfreut: „In AGs zeigen Kinder ganz andere Fähigkeiten, die sonst nicht unbedingt hervorkommen“, so die Schulleiterin, die die Zeitung gern finanziell und zeitlich unterstützt. „Die Schüler können hier viel lernen: Recherche, Textverarbeitung und den Umgang mit Bildern“, erklärt Breede. „Außerdem ist uns Rechtschreibung und Zeichensetzung natürlich besonders wichtig“, ergänzt Günther.

Für die Zukunft hat Breede große Pläne: „Mit den neu für die Schule angeschafften I-Pads können wir auch vor Ort Fotos machen oder filmen. Außerdem ist eine E-Ausgabe in Planung. Bei uns ist momentan viel im Umbruch.“ Gute Aussichten also für die nächsten Jahre. „Ich möchte unbedingt dabeibleiben, besonders, falls wir wieder am Wettbewerb teilnehmen. Die Preisverleihung war super“, sagt Gian begeistert.

Neben den stolzen Schülern der Johanna-Mestorf-Schule konnten sich zwei weitere Schülerredaktionen aus unsrem Verbreitungsgebiet über eine Platzierung im Wettbewerb freuen: Die Gemeinschaftsschule Probstei Schönberg wurde mit „GRIPS“ mit dem ersten Platz in der Kategorie Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe ausgezeichnet. Die Kieler Gelehrtenschule gewann in derselben Kategorie den zweiten Platz mit „Papyrus“. svp