Von Malente auf die Fifth Avenue

Der Spielmannszug Malente nahm an der berühmten Steubenparade auf der New Yorker Fifth Avenue teil. FOTO: HFR

Malente. War es die mit unzähligen Fahnen geschmückte Fifth Avenue? Oder war es doch die glitzernde New Yorker Skyline? Für die Mitglieder des Spielmannszuges Malente ist es nicht leicht, ihr persönliches Highlight ihrer Reise zur traditionellen New Yorker Steubenparade zu benennen.

Zu viele Eindrücke sammelten die Musiker bei ihrer Teilnahme an der berühmten Parade in New York und der anschließenden Rundreise zu den Niagarafällen, nach Toronto, Washington und Philadelphia. Der Blick von der Brooklyn Bridge und die feine Nebelwolke, die von den Niagarafällen aufsteigt, werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Faszinierend und kurios zugleich war für die Musiker die Parade, die bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad stattfand. Auf ihr bestätigte sich das Klischee, deutsche Kultur werde in Amerika automatisch mit Bayern gleichgesetzt. Und auch die geographische Einordnung Malentes gestaltete sich kreativ, jedenfalls wurden die Malenter bei der offiziellen Vorstellung zu Hessen genannt.

Vor der Steubenparade stand der gemeinsame Gottesdienst in der St. Patrick’s-Cathedral mit dem New Yorker Erzbischof Kardinal Timothy Dolan. Für viele Mitglieder war der Fahneneinmarsch der Teilnehmer ein ergreifenderer Moment als die Parade einige Stunden später. „Die voll besetzte Kathedrale und die Fahne mit dem Malenter Wappen und die Spielmannszugfahne dort zu sehen, das war schon bewegend“, erinnert sich Susi Hamann.

Nach dem Auftritt beim Ompah-Fest, einem plattdeutschen Fest mit rund 4.000 Besuchern und bayrischen Spezialitäten, begann nach vier Tagen in New York die Freizeit für die Musiker. Zuerst ging es nach Kanada an die Niagarafälle. Die beeindruckten nicht nur dadurch, dass sie gleichzeitig ein imposantes Naturschauspiel und viel kleiner als erwartet waren. Hinzu kam, dass die kanadische Stadt Niagara Falls mit Riesenrad, Dinosaurier-Minigolf und großen blinkenden Leuchttafeln wie ein kleines Las Vegas wirkte.

Es folgten Abstecher nach Toronto, in ein Dorf der Amish und ein Tag in Washington mit einem Besuch des Nationalfriedhofes in Arlington. Dort sah die Gruppe die Wachablösung am Grab der Unbekannten. „Die Diszipliniertheit und das Roboterhafte der Soldaten war beeindruckend“, schildert Patrick Bleich. Und auch die Größe und der viele verbaute Marmor blieben den Malentern im Gedächtnis.

Viele unvergessliche und prägende Momente nahmen die Musiker von dieser drei Jahre lang geplanten Reise wieder mit nach Malente. Das wichtigste Mitbringsel aber fasst Meike Steffen so zusammen: „Die Reise wäre nicht die Gleiche gewesen, hätte ich sie nicht mit dieser Truppe erleben dürfen.“