Vier ganz im Zeichen der Kunst

Vier Muthesius-Studentinnen organisieren ihre eigene Ausstellung mitten in der Kieler Innenstadt. Lea Dall (v.l.), Linda Dethlefs, Lisa Bootz und Kim Anni Bassen fragen sich dabei: „What is it that makes me so nervous?“. FOTO: ELIASBERG

Kiel. Vier Muthesius-Studentinnen haben kurzerhand eine eigene Ausstellung organisiert. Eröffnet wird „What is it that makes me so nervous?“ heute an der Holstenbrücke.

Womit soll man sich eigentlich zuerst beschäftigen, wenn man täglich von (Fake) News und unzähligen Bildern überschwemmt wird? Das mag sich manch einer täglich fragen und auch den vier Kunst-Studentinnen lässt das keine Ruhe. Kein Wunder also, dass sie in ihrer gemeinsamen Ausstellung der Frage „What is it that makes me so nervous?“ nachgehen.

Auch außerhalb der vertrauten Umgebung der Muthesiusschule. Hier mitten im Kieler Zentrum haben sie den sprichwörtlichen Raum dafür.

Zu viele Kompromisse

Lea Dall, Linda Dethlefs und Lisa Bootz sind Master-Studentinnen Kunstlehramt, Kim Anni Bassen studiert Freie Kunst im Bachelor. Bei den gemeinschaftlichen Ausstellungen, wie zum Beispiel der Jahresausstellung der Muthesiusschule, könne jeweils eine Arbeit gezeigt werden, und auch sonst seien viele Kompromisse nötig. So haben sie ihre eigene Ausstellung organisiert, mit etwas Glück können sie dafür die großzügigen Räume in der Holstenbrücke 1 nutzen, die ihnen vom Verein Prima Kunst überlassen worden sind.

Alles haben sie in Eigenregie gemacht, nämlich „das Kuratieren, Organisieren – wie wir Bock haben“.

Und sie haben viel zu zeigen, viel Material, das nie gezeigt worden ist, sowie neues, welches sie für ihre eigene Ausstellung angefertigt haben.

Kim Anni Bassen wird auf einem dreieinhalb mal sechs Meter großen Vorhang ihre Fotografien zeigen, auf einem Tisch liegen ihre Zeichnungen aus. Das Skizzenbuch habe die Studentin der Freien Kunst immer dabei und könne so Posen einfangen, die zwar individuell seien und doch Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck bringen, die universelle Kommunikationskraft hätten – in denen wohl jeder ein bestimmtes Gefühl erkennen könne.

Tagebuchzeichnungen

Linda Dethlefs zeigt „Tagebuchzeichnungen“. Kreativität und Intellekt können zur Geltung kommen, wenn ein Mensch sich nach innen kehrt und hineinschaut. Das habe sie in ihren Arbeiten getan und zum Ausdruck gebracht.

Lisa Bootz beteiligt sich mit Malereien auf Holzpaletten an der gemeinsamen Ausstellung. Diese wird sie zu einer Stellwand von etwa dreimal viereinhalb Metern zusammenfügen. In ihren Arbeiten widmet sie sich der Frage nach dem Realitätsbegriff. „Wir haben verschiedene Wahrnehmungsfilter, die wir als gegeben und wahr ansehen, die es aber nicht sind.“ Darunter fallen kulturelle und religiöse Prägungen, daher zeigen ihre Arbeiten häufig religiöse Motive.

„Im Alltag rauscht alles vorbei“

Lea Dall lässt Fotografien, Schrift und andere Gegenstände miteinander kommunizieren – ein Versuch, die Informations- und Bilderflut, die täglich durch verschiedene Medien strömt und kaum jemanden nicht erfasst, zu sortieren. „Im Alltag rauscht alles vorbei und ich habe nicht die Zeit, dem gerecht zu werden.“ Doch was sie interessiert, beschäftigt und fasziniert, hält sie fest und drückt eine Stimmung aus, ein „Zeitgeistgefühl“.

Doch was ist eigentlich wichtig? Und was ist Realität? Wie kommt man mit der Informationsflut zurecht? „Diese Fragen wollen wir nicht nur für uns beantworten, sondern uns auch mitteilen – und weiter fragen.“ (eli)

Eröffnung am Sonnabend, 8. Juli, 19 Uhr. Die Ausstellung ist noch bis Donnerstag, 13. Juli, jeweils 14 bis 18 Uhr, in der Holstenbrücke 1, Kiel, zu sehen.