Viele Ausbildungsplätze im Kreis Plön noch unbesetzt

(V.l.) Prof. Winfried Krieger (Hochschule Flensburg), Konsul Klaus-Hinrich Vater (IHK), Jörn Meyer (IHK) und Knut Voigt (WFA) diskutierten beim Wirtschaftsforum in Lütjenburg unter anderem über Digitalisierung. FOTO: WFA

Plön.Nachwuchs gesucht: Zum Start des neuen Ausbildungsjahres macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf offene Lehrstellen im Kreis Plön aufmerksam. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind von 438 gemeldeten Stellen aktuell noch 127 Plätze frei. Allein das Gastgewerbe im Kreis zählt noch 15 offene Stellen für angehende Köche, Kellner & Co. Finn Petersen, Geschäftsführer der NGG Schleswig-Holstein Nord, spricht von einem „Weckruf“. Neben dem demografischen Wandel führe auch der Trend zum Studium in vielen Branchen zu Nachwuchs-Problemen. „Ganz klar sind aber auch die Arbeitgeber gefordert. Wer wie im Gastgewerbe längere Arbeitszeiten verlangt, braucht sich nicht zu wundern, dass eine Ausbildung zur Restaurantfachkraft für Schulabgänger seltener in Frage kommt“, sagt Petersen. Im neuen DGB-Ausbildungsreport belegen Berufe in der Gastronomie erneut die letzten Plätze. Betriebe im Kreis Plön sollten sich „lieber jetzt als später“ um bessere Ausbildungsbedingungen kümmern. Dazu gehörten, so der Gewerkschafter, eine tarifliche Bezahlung, gesunde Arbeitszeiten und ein Verbot fachfremder Tätigkeiten. Zugleich gebe es in Sachen „Industrie 4.0“ noch jede Menge zu tun. Betroffen sei insbesondere die heimische Ernährungswirtschaft. Petersen: „Wir müssen die Berufsausbildung für das digitale Zeitalter fit machen. Vom IT-Know-how bis zur Anlagensteuerung per Tablet brauchen wir die neue Technik auch in den Ausbildungsplänen in Betrieb und Berufsschule.“ Hierbei sollten auch die Betriebsräte ein Wort mitreden. „Und nicht zuletzt können die Firmen auf die Auszubildenden selbst bauen – die ,Digital Natives‘ im Betrieb.“ ke