Unabhängiger Rat für umweltbewusste Verbraucher

Vegetarisch essen ist klimafreundlich. Kommt Fleisch auf den Teller, steigt die CO2-Belastung enorm.

Kiel. Immer mehr Unternehmen bieten nachhaltige Produkte und Dienstleistungen an, doch mangelt es den Verbrauchern oft an Informationen, um diese Angebote auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Die Verbraucherzentrale möchte mit unabhängigen Beratungsangeboten diese Informationslücke schließen.

„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Entscheidungskriterium beim Einkauf. Doch für Verbraucher ist oft unklar, wie gut und wie verlässlich die Informationen sind, die sie zu den Produkten erhalten“, so Stefan Bock, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Was überhaupt Nachhaltigkeit bedeutet und welche Bewertungsmaßstäbe jedem einzelnen zur Verfügung stehen, erfahren die Bürger in den unabhängigen Beratungsangeboten der Verbraucherzentrale. Anlässlich der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit vom 30. Mai bis 5. Juni wird es in den Beratungsstellen kostenlose Informationsveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit geben.

Referentin für Lebensmittel und
Ernährung Gudrun Köster rät zum regionalen und saisonalen
Einkauf. FOTOS: SAA

Dass jeder Bürger mit seinem Konsumverhalten etwas für das Klima tun kann, ist für Gudrun Köster ein wichtiger Punkt. „Gerade der Einfluss der Ernährung auf den Klimaschutz hat einen höheren Stellenwert, als so mancher denkt“, sagt die Referentin für Lebensmittel und Ernährung. 20 Prozent unserer Klimabelastung entstehe durch die Art, wie wir uns ernähren. Neben Regionalität und Saisonalität, spiele auch der verminderte Fleischkonsum eine Rolle, bei der Reduktion des eigenen ökologischen Fußabdrucks. Doch nicht immer lässt sich genau berechnen, was die umweltfreundlichste Entscheidung ist. Viele Einflussfaktoren, wie Herkunft, Transport, Lagerung, Verpackung und Verarbeitungsgrad sind nicht immer transparent für den Kunden. Hinzu komme, dass viele Menschen sich gar nicht die Zeit nehmen können, um so detailliert alles zu recherchieren. Diesem Problem begegnet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein mit einem kostenfrei erhältlichen Saisonkalender, sowie einer Smartphone App GrünZeit, die beim nachhaltigen Einkaufen unterstützen soll.

 

Doch auch in anderen Bereichen des Alltags gibt es Möglichkeiten, sich nachhaltiger zu verhalten. „Im Bereich der Energieversorgung ist der Beratungsbedarf gestiegen“, so Vivien Rehder, Pressesprecherin der Verbraucherzentrale SH. „Um dem Klima nicht zu schaden, muss sich der Energieverbrauch reduzieren und mehr Strom aus Erneuerbaren Energien genutzt werden“, so Florian Schmölz, Referent für Energie. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema ethisch-ökologische Geldanlagen. Verbraucher wissen oft nicht, ob ihr Geld indirekt Institutionen unterstützt, die der Umwelt schaden. Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen rät daher zu einer unabhängigen Beratung. Anhand mehrerer Entscheidungsmodelle könne so die beste Lösung für den Verbraucher und seine Nachkommen gefunden werden, so Herte. (saa)

Eine Sonderberatung zum Thema ethisch-ökologische Geldanlagen findet am 1. Juni von 14.45 bis 18 Uhr in der Beratungsstelle Kiel, Andreas-Gayk-Straße 15 statt. Anmeldung unter Tel. 0431/5909940.