Trauermarsch für gefällte Weide

Zu ernster Musik und Trauerreden trugen die Teilnehmer symbolisch ihre Weide zu Grabe. Im Vordergrund der Baumstumpf.

Grebin. Bürger aus Grebin und dem Umland trugen am Sonntag zu ernster Musik und Trauerreden symbolisch eine alte Weide an der Badestelle Schluensee in Görnitz zu Grabe und nahmen Abschied. Sie protestierten mit einem Trauermarsch dagegen, dass Bürgermeister Jochen Usinger den Baum ohne Absprache mit der Gemeindevertretung und dem Kreis Plön hatte fällen lassen. Usinger begründete die Maßnahme damit, Jugendliche hätten die Weide immer mehr als Sprungturm missbraucht, und ihm obliege die Verkehrssicherungspflicht. Die Jugendlichen hatten offenbar Seile an den Ästen angebracht, sich damit auf den See hinaus geschwungen und von dort fallen lassen. Beim Trauermarsch wurde deutlich, dass die Weide für viele von spiritueller Bedeutung war. Bei der ergreifenden Zeremonie wurde manche Träne vergossen. Die parteilose Gemeindevertreterin Maren Degner und ihr Vater Jochen Degner hatten zu dem Trauermarsch aufgerufen. „Hier hat sich jemand über die Interessen der Dorfgemeinschaft hinweggesetzt und eigenmächtig eine Entscheidung getroffen“, begründeten sie die Aktion: „Die Weide war symbolträchtig und hat der Badestelle Atmosphäre gegeben.“ Für Jochen Degner ist wichtig, dass der Bürgermeister bei künftigen Problemen die Bürger rechtzeitig beteiligt, um eine für alle tragbare Lösung zu erarbeiten. „Wir sind alle traurig und fassungslos, wir fordern, dass Entscheidungen nicht in Gutsherrenmanier vom Bürgermeister allein getroffen werden, wir wollen mitbestimmen.“ Nach seiner Schätzung beteiligten sich an der Demonstration knapp 150 Menschen. Nach Angaben der Plöner Kreisverwaltung war die Baumfällaktion der Weide genehmigungsbedürftig, da sie sich im Landschaftsschutzgebiet befand und einen Stammumfang von mehr als zwei Metern hatte. Die Untere Naturschutzbehörde gehe dem Fall nach. og