Touristen können kommen

Tatkräftige Unterstützung bot Steffen Hinrichsen mit einem Strandreinigungsfahrzeug.Foto: Signe Hoppe

Freiwillige sorgen dafür, dass die Ostseestrände zum Saisonstart sauber sind

Hohwacht. Stacheldraht, Treibholz, kaputtes Sandspielzeug und Hundekottüten – vor dem Beginn der Sommersaison an Schleswig-Holsteins Ostseestränden muss der Dreck weg, der sich über den Winter angesammelt hat. Rund 65 gutgelaunte Freiwillige waren am vergangenen Sonnabend dem Aufruf der Hohwachter Bucht Touristik zum Frühjahrsputz auf Norddeutsch gefolgt.

Hier wird der Sand von Müll und Treibgut befreit. Foto: Signe Hoppe

Wie schon im vergangenen Jahr wurde die Aktion der Projektpartner Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein und der Flensburger Brauerei unter dem Motto „Saubere Sache!“ von der Brauerei aus dem hohen Norden finanziell unterstützt. Gestartet wurde in Hohwacht an der „Flunder“ und in der Gemeinde Blekendorf am Sehlendorfer Strand. „Wir sind uns sozusagen sammelnd entgegengelaufen“, berichtet Grit Wenzel, Geschäftsführerin der Hohwachter Bucht Touristik. Auch die Bürgermeister Matthias Potrafky aus Hohwacht und Andreas Köpke aus Blekendorf durchkämmten tatkräftig Sand und Dünen. Mit dabei die Jugendfeuerwehren, DLRG, Nabu und viele Einheimische, die den unterwegs aufgelesenen Müll in Müllsäcken sammelten. Tim Dietel vom Hohwachter Bauhof hatte einiges zu tun: Mit dem Unimog lud er Mülltüten und sperriges Strandgut wie Tische, Bänke und einen halben Strandkorb auf.

Schleswig-Holstein startet mit mehr als 45 Millionen Quadratmetern reinem Sandstrand in die Saison. „Die Strände und Meere, die Erholungsmöglichkeiten und die schöne Landschaft sind für unsere Gäste die wichtigsten Gründe für einen Urlaub“, sagt Wenzel. Etwa sieben Millionen Urlauber verbringen jeden Sommer an den Küsten von Nord- und Ostsee, um zu entspannen und zu baden. „Was viele Gäste allerdings selten wissen: Ein schöner und sauberer Strand ist nicht selbstverständlich“, so Wenzel, „er muss regelmäßig gereinigt werden.“ Eine echte Herausforderung, denn immerhin misst die Küste in Schleswig-Holstein über 1125 Kilometer. Die Flensburger Brauerei hat hierfür extra ein Strandreinigungsfahrzeug angeschafft. Fahrer Steffen Hinrichsen erklärt: „Die Maschine schaufelt den Sand auf und siebt ihn. Plastik, Steine, Seegras und Holz bleiben hängen und werden entsorgt.“ Runde für Runde fährt Hinrichsen den Strand ab und hinterlässt feinen weißen Traumsand. Wie in den Vorjahren kam auch diesmal wieder einiges an Müll, Plastik, Flaschen und kaputtem Werkzeug zusammen.

Als Belohnung für den kuriosesten Fund war eine Kiste Bier ausgesetzt. Es war an diesem Tag ein orangefarbenes Wählscheibentelefon aus den 1970er-Jahren. Der Finder, der 14-jährige Lukas Kahl, spendete den gewonnenen Kasten Bier seinen älteren Kollegen von der Jugendfeuerwehr. Noch bis Juli werden mit der Aktion die Strände an Nord- und Ostsee auf Vordermann gebracht. hop