Strand Open Air Festival in Eckernförde

Howard Carpendale ließ mit seiner sanften und gefühlvollen Stimme nicht nur die Frauen-Herzen dahinschmelzen.

Die holländische Entertainerin Loona bot ihren Fans eine atemberaubende Show mit viel Power und heißen Rhythmen. FOTOS: WOKA

Nachdem der Himmel zwei Tage lang seine Schleusen über Schleswig-Holstein geöffnet hatte, gab er endlich am Sonnabendnachmittag ein Einsehen: Der Dauerregen hörte pünktlich zum Beginn des Strand Festivals in Eckernförde auf.

So boten sich rund 6.000 Besuchern bei sommerlich warmem Wetter ideale Bedingungen.

Den Auftakt zur großen Schlagerrevue bildete der Stimmungssänger Mickie Krause, der kräftig einheizte und zum Mitsingen animierte, vor allem mit seinen einzigen bekannt gewordenen Ohrwürmern, den „10 nackten Friseusen“ und „Mich hat ein Engel geküsst.“.

Es folgte die holländische Entertainerin Loona. Sie bot, flankiert von zwei Go Go Girls, Urlaubssongs aus Spanien und der Karibik.

Dann kam der erste Höhepunkt des Strandfestivals, der ehemalige Sänger des Duos Modern Talking, Thomas Anders, smart, elegant im Blazer und nach wie vor blendend aussehend. Kein Wunder, dass ihm die Herzen der älteren ebenso wie auch der jüngeren Damen reihenweise zuflogen. Viele von Ihnen trugen das Foto ihres Idols auf ihrem T-Shirt.

Der frühere Weggefährte von Dieter Bohlen bot in souveräner Manier, unterstützt von einer gut eingespielten Band, ein reichhaltiges Repertoire seiner Hits aus den 80-er Jahren. Vor allem die Ohrwürmer „You’re My Heart, You’re My Soul“ und „Cheri, Cheri Lady“, die als Zugabe nochmals zu hören waren, weckten Begeisterungsstürme. Anders sprach bei den Ansagen zwischen den Titeln auch aktuelle Themen kurz an; so monierte er die Smartphone-Manie der Jugend und beklagte, dass kaum noch jemand in der Lage sei, einen handgeschriebenen Brief zu verfassen.

Die jüngere Generation fühlte sich dann von einer Techno-Gruppe namens „Culture Beat“ besonders angesprochen, und zwei farbige Damen, die „Weather Girls“, schwergewichtig mit entsprechend großem Resonanzboden, ließen Erinnerungen an Aretha Franklin oder Mahalia Jackson aufkommen.

Mit großem Applaus wurde dann die erfolgreiche Discomusik-Gruppe „Boney M“ begrüßt. Die Formation war durch einige junge Tänzer aufgepeppt worden und präsentierte ihr gesamtes Repertoire, unter anderem von „Rivers Of Babylon“, „Daddy Cool“, über „Ma Baker“, „Rasputin“ bis hin zu „Belfast“ und „ Brown Girl In The Ring“ in einer farbenprächtigen, rund einstündigen Show.

Als nächstes kam die Stunde des „Königs von Mallorca“, Jürgen Drews. Das Pop-Urgestein war sichtlich „angefressen“ davon, dass es nicht zum Schluss auftreten durfte, und war zudem stimmlich indisponiert, so dass er es überwiegend dabei beließ, das Publikum zu dirigieren und singen zu lassen. Seine Ansagen wirkten leicht gequält und unlustig. Er tat dem Publikum kund, dass er sein Abitur in Schleswig zweimal gemacht habe, da er beim ersten Versuch durchgefallen sei.

Der wolkenlose Himmel dunkelte bereits allmählich, als die groß angekündigte Schlagerikone Howard Carpendale die Bühne betrat kam und mit rauschendem Beifall empfangen wurde. Seine überwiegend leisen und einfühlsamen Songs kamen allenthalben optimal an. „Howi“ kokettierte bei den Ansagen mit seinem Alter (immerhin bereits 71) und erinnerte mit seinen Liedern an die großen alten Zeiten: „Das schöne Mädchen auf Seite 1″ (bereits aus 1970), „Ti amo“, „Fremde oder Freunde“, „Hello Again“ „Tür an Tür mit Alice“ – alles Ohrwürmer und Evergreens mit hohem Wiedererkennungswert für das Publikum, das begeistert in die Refrains mit einstimmte.

Fazit: Von einigen wenigen Einschränkungen abgesehen (alle Künstler außer Thomas Anders sangen nur im Playback) erlebten die Zuschauer fast acht Stunden lang ein gelungenes Nostalgie-Schlager- Festival mit den Altstars der 70er und 80er Jahre. (woka)