Start für die Bücherwürmer

In den Sommerferien greifen Tomke, Evi, Helge und Johannes im Ferien-Lese-Club lieber zum Buch als zum Film. FOTO: THORBEN BULL

Der Ferien-Lese-Club lädt zu spannenden Abenteuern in fantastischen Welten ein

Kiel. Der Leser stößt auf eine unglaublich spannende und rasante Stelle, plötzlich vergisst er die Welt um ihn herum, liest das Kapitel bis zum Ende und legt erst dann das Buch voller Genugtuung beiseite. Eine Erfahrung, die man mit keinem anderen Medium hat und die das geschriebene Wort zwischen den Buchdeckeln den konkurrierenden sogenannten „Neuen Medien“ stets voraushaben wird.

Das sehen auch die Schüler Tomke, Evi, Johannes und Helge so. Allesamt elf Jahre jung. Sie lesen für ihr Leben gern. Auch in den Sommerferien im Rahmen des Ferien-Lese-Clubs (FLC), der sich im elften Jahr in Kiel und landesweit in Schleswig-Holstein längst zu einer festen Institution in Sachen Lesen entwickelt hat. Johannes und Helge lesen derzeit die „Tom Gates“-Serie von Liz Pichon, die im Tagebuch-ähnlichem, optischen Stil erscheint und mit viel Humor aufwartet. Das erinnert Johannes an „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney, dessen Bücher auch verfilmt wurden.

Was ist denn besser? Buch oder Film? „Ganz klar Buch“, sagt Johannes. „In Büchern erfährt man viel mehr, während in den Verfilmungen so einige Sachen ausgelassen werden.“ Ähnlich erging es auch Tomke und Evi mit den Büchern der Harry-Potter-Reihe. Die Freundinnen haben sich die Meermädchen-Abenteuer um „Alea Aquarius“ von Tanya Stewner für ihre Sommerferien-Lektüre aus dem 1700 starken FLC-Katalog ausgesucht.

Und so funktioniert der Ferien-Lese-Club: Schüler, die nach den Sommerferien mindestens in der fünften Klasse sind, können sich in einer der insgesamt 56 teilnehmenden Büchereien in Schleswig-Holstein (in Kiel sind dies die Zentralbibliothek im Neuen Rathaus sowie die Stadtteilbibliotheken in Elmschenhagen, Friedrichsort, Gaarden, Mettenhof und Suchsdorf) anmelden, Clubmitglied werden, sich das Logbuch aushändigen lassen und sich ins Lesevergnügen stürzen. Am Ende des Sommers winkt ein Zertifikat in den Kategorien Bronze (ein bis zwei gelesene Bücher), Silber (drei bis sechs Bücher) oder Gold (ab sieben Büchern), das sich die Schüler sogar in das Schulzeugnis eintragen lassen können. Ganz nebenbei verbessern sie durch die Lektüre automatisch ihre Deutschleistungen. Ist ein Buch ausgelesen, werden bei der Rückgabe in der Bücherei Fragen zum Inhalt beantwortet.

Die Bücher können natürlich auch mit in den Urlaub genommen und dort gelesen werden. Der 18. August ist der letzte Abgabetermin für alle geliehenen Bücher und das Logbuch. Die Zertifikatsübergabe wird übrigens am 24. August im Forum des Neuen Rathauses mit einer großen Party gefeiert. Als Mitglied des Ferien-Lese-Clubs können die Leseratten so nur gewinnen. Die Jagd nach den begehrten Zertifikaten kann ab sofort losgehen.tbu

Weitere Informationen unter www.ferienleseclub.de und www.stadtbuecherei-kiel.de