Spielen und lernen mit der Natur in Mettenhof

Spiele auf der Hängebrücke: (v.l.) Valentin (7), Fabio (6), Quentin (9), Larissa (7) und Fatlind (9) bewegen sich gern auf dem Spielplatz. FOTOS: GÖD

Mettenhof. Mit Kaninchen kuscheln, Ziegen streicheln und Pferde striegeln – das können Kids auf dem AWO Kinder- und Jugendbauernhof in Mettenhof. Dies ist ein pädagogisch betreuter Ort mit vielen Möglichkeiten.

Die 13-jährige Arune und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Nida kümmern sich beinahe täglich um ihre Pflegekaninchen Schnäuzchen und Jona. Dazu kommen sie mit dem Bus aus Ellerbek. „Dies ist eine gute Abwechslung zur Schule“, sagt Arune. „Wir misten die Ställe aus, füttern die Kaninchen mit Gemüse, gehen in den Auslauf und spielen mit ihnen.“ Der siebenjährige Valentin liebt vor allem die Pferde und Hühner, sein Freund Fabio die Ziegen. „Sie lecken so schön über die Hände“, erzählt der Sechsjährige.

Auch Ponys, Schweine, Gänse, Enten, Schafe, Katzen, Meerschweinchen, Bienenvölker und ein Hund leben auf dem Hof. „Sie haben einen Job, und der besteht darin, gestreichelt zu werden“, sagt der Bauernhof-Leiter Jens Lankuttis. „Die Kinder lernen hier den Umgang mit anderen Lebewesen und außerdem, Verantwortung zu übernehmen.“

Am Nachmittag gibt es Angebote. „Bei gutem Wetter baue ich mit den Kindern an unseren Hütten“, erzählt der Erzieher Christian Detlefsen. „Wenn es regnet, arbeiten wir in der Holzwerkstatt. So haben wir zum Beispiel das Giebeldreieck für das Bauernhaus gezimmert.“ Weitere Angebote sind Spiele, Rallys, Basteln oder Gartenarbeit. Einmal in der Woche wird ein Lagerfeuer angefacht. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, dank Spenden der Firma Siemens und des Sparkassen- und Giroverbandes kostenlos Mittag zu essen.

Cecilia liebt es, die zutraulichen Hühner zu füttern.

Das Mittagessen wird in der Schulzeit weniger genutzt als in den Ferien. Denn das Freizeitverhalten der Kinder hat sich geändert. Aufgrund von Ganztagsunterricht kommen die meisten erst am späten Nachmittag aufs Gelände. Daher ist der Kinder- und Jugendbauernhof Kooperationen mit Schulen eingegangen, sodass vormittags Klassen und später Gruppen im Rahmen von Nachmittagsangeboten kommen.

Der Bauernhof ermöglicht auch Kontakt zwischen den Generationen. Gemeinsam mit dem AWO-Servicehaus Mettenhof treffen sich Kinder und Senioren einmal im Monat zum gemeinsamen Singen unter dem Motto „Ich glaub, mein Schwein pfeift“. „Dabei sitzen nicht nur Kinder neben Kindern, sondern die Generationen ganz gemischt“, nennt Lankuttis ein Anzeichen für die gute Verbindung von Alt und Jung.

Manchmal erzählen die Senioren den Kindern, wie sie früher im Freien herumgestromert sind und im Wald und auf dem Feld gespielt haben. Ein solches Spielverhalten ist heute seltener geworden. „Unser Bauernhof gibt den Kindern einen gesicherten Ort, um frei zu spielen“, erzählt die Sozialpädagogin Frederike Böge. Sie toben über die Hängebrücke, spielen Pferd mit altem Zaumzeug und bauen im Holzlager Höhlen.

„Dieser Ort ist offen für alle Kinder und Jugendlichen von sechs bis 17 Jahren; Kinder unter sechs Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden“, informiert die Erzieherin Lonny Paech. Letztes Jahr hat der Bauernhof rund 42000 Besucher verzeichnet. „Es kommt immer wieder vor, dass Stammkinder neuen Besuchern ihren Hof erklären“, freut sich die stellvertretende Bauernhof-Leiterin. (göd)

AWO Kinder- und Jugendbauernhof Mettenhof, geöffnet Mo-Sa 10-18 Uhr, Skandinaviendamm 250, 24109 Kiel, Tel. 0431/520322.