Smart farming oder entmündigter Landwirt?

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Lindhöft. Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren in der Landwirtschaft Einzug gehalten wie in kaum einer anderen Branche. Die Landwirtschaft ist damit Vorreiter im Digitalisierungsprozess. Schon heute nutzen die meisten landwirtschaftlichen Unternehmen digitale Entscheidungshilfen, bzw. digitale Tools zur Unterstützung.

Sensortechnik und Wetter-Apps

Moderne Landmaschinen werden durch intelligente Software gesteuert, Produkte werden online vertrieben, Geländeerkundung mit moderner Drohnentechnik löst die traditionelle Begehung des eigenen Landes ab. Dank Datenbanken, Sensortechnik, Wetter-Apps und anderen datengestützten Instrumenten lassen sich beispielsweise Aussaat, Düngung, Bodenbearbeitung und Ernte präzisieren und ressourcensparend gestalten. Auch im Stall kann digitale Technik zur Steigerung des Tierwohls beitragen.

Auf der anderen Seite drohen Landwirte in Abhängigkeit von Hard- und Softwareanbietern zu geraten, die Daten sammeln und neue Monopole errichten. Nicht vereinbare technische Systeme stellen sie vor ganz neue Probleme.

Mehr Autonomie?

Kann die Digitalisierung für Landwirte ein Weg zu mehr Autonomie und Nachhaltigkeit sein?

Ist der „Bauer 4.0“ noch Herr seines Hofes oder ein weitgehend entmündigter Nutzer von moderner Agrartechnik?

Welche Chancen bieten sich für regionalen Direktvertrieb und grünere Wirtschaft? Diese Fragen sollen in gemeinsamer Diskussion mit Vorreitern der Digitalisierung der Landwirtschaft diskutiert werden.

Referenten diskutieren

Als Referenten werden zu Gast sein: Prof. Yves Reckleben von der Fachhochschule Kiel, der sich in seiner Forschungstätigkeit unter anderem mit Techniken zur Optimierung der Methoden bei Aussaat und Düngemitteleintrag der modernen Landwirtschaft befasst.

Peter Plambeck von der Futtermanufaktur in Brügge, der sich auf die maßgeschneiderte und individuelle Produktion von Futtermittelmischungen spezialisiert hat.

Torben Weber von der Firma Traser in Kiel, die Software für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen entwickeln.

Carola Ketelhodt vom Innovationsbüro EIP Agrar Schleswig-Holstein, dass sich mit der Umsetzung von Innovationsprojekten für Nachhaltigkeit und Produktivität in der Landwirtschaft befasst.

Anmeldung unter stenger@boell- sh.de. Weitere Informationen unter www.region-digital.de. (ke)

Freitag, 21. Juli, ab 18 Uhr, Versuchsgut Lindhof, Bäderstr. 31, Lindhöft.