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Sicherer Freilauf für Kleintiere

Der Herbst steht vor der Tür, und die Freiluftsaison für Meerschweinchen, Hamster und Co. ist leider vorbei. Für viele Meerschweinchen, Chinchillas und andere Kleintiere ist der tägliche Freilauf allerdings ein Highlight, das sie kaum erwarten können – daher sollte in der Wohnung keine Gefahr für die Nager lauern. Das Verlassen der gewohnten Umgebung soll aber nicht nur den Bewegungsdrang der Tiere befriedigen, sondern auch für Abwechslung sorgen. Außerdem stärkt der Freilauf die Bindung von Mensch und Tier – denn wann sonst kann man ausgelassen auf dem Menschen rumturnen und sich an ihn gewöhnen?

Das heimische Wohnzimmer ist für Nagetiere und Kaninchen unheimlich spannend, aber ungesichert leider auch ziemlich gefährlich. Was für uns völlig harmlos ist, kann für Kleintiere ein Verletzungsrisiko bedeuten. Vor dem Freilauf ist deshalb der Mensch gefragt. Sorgt dafür, dass der Freilauf ein sicherer Ort ist, an dem Eure Schützlinge ausgelassen herumspringen und auf Entdeckungstour gehen können.

Welche Gefahren lauern im Freilauf?

Wie der Name bereits erahnen lässt, haben Nagetiere eine für den Menschen lästige Angewohnheit: Sie nagen an allem, was ihren Zähnchen in die Quere kommt. Viele Tiere verschonen zwar die Einrichtung, aber bei Tapeten und Kabeln wird so manches Kleintier schwach.

Während das Abzupfen von Tapeten zwar ärgerlich aber nicht bedrohlich ist, wird es bei Kabeln richtig gefährlich. Das genüssliche Knabbern kann nämlich einen Stromschlag zur Folge haben und der führt leider meist zum Tod des Tieres. Kabel sollten daher entweder in Kabelkanälen oder hinter einer Absperrung in Sicherheit gebracht werden.

Im Freilaufzimmer sollten zudem keine Giftpflanzen stehen. Meerschweinchen und Kaninchen gelangen nur selten auf erhöhte Plätze, aber bei manchen Pflanzen führt bereits ein heruntergefallenes und heimlich gefressenes Blatt zur Vergiftung. Außerdem bewegen sich nicht alle Kleintiere ausschließlich am Boden. Chinchillas und Ratten können beispielsweise klettern und springen – vor ihnen ist daher so gut wie gar nichts sicher.

Ihr lasst Eure Zigaretten gerne auf dem Wohnzimmertisch liegen? Während des Freilaufs gehören Glimmstängel und Tabak in ein anderes Zimmer. Das gilt selbstverständlich auch für Chemikalien und Putzmittel. Wenn Eure Tiere frei laufen, müsst Ihr die gleiche Vorsicht wie bei einem Kleinkind walten lassen.

Andere Gefahrenquellen sind zum Beispiel Herdplatten, Öfen oder Waschmaschinen. Die Tiere können sich verbrennen oder unbemerkt darin verschwinden. In der Küche befinden sich außerdem Lebensmittel, die von den Tieren gefressen und nicht vertragen werden könnten. Vom Freilauf ist hier deshalb eher abzusehen. Viele Halter tun dies auch aus Hygienegründen und bevorzugen andere Zimmer.

Gerne genutzt werden Flur oder Badezimmer. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Leider sind schon Ratten in die Toilette gefallen und ertrunken. Der Klodeckel bleibt beim Freilauf also besser geschlossen. Shampoo, Duschgel und andere Badezimmerartikel bitte wegräumen!

Findet der Freilauf im Flur statt, sollten die übrigen Türen in dieser Zeit nicht geöffnet werden – in einer Großfamilie kann das eine echte Herausforderung darstellen. Je nach Tierart müsst Ihr unterschiedlich viel Platz zur Verfügung stellen, bedenkt das bestenfalls vor der Anschaffung.

Offene Fenster sind vor allem für kletternde Tiere eine Gefahr. Außerdem besteht bei geöffneten Fenstern die Möglichkeit, dass die Tiere im Durchzug sitzen und sich erkälten. Bei kühleren Temperaturen und an windigen Tagen sollten die Fenster daher geschlossen werden. Wer Chinchillas, Hörnchen oder andere „Klettermeister“ hält, lässt die Fenster bei jedem Freilauf zu – sicher ist sicher.

Neuankömmlinge müssen sich an den Freilauf erst gewöhnen

Achtung: Frisch eingezogene Tiere sollten nicht mit einem zweistündigen Freilauf überfallen, sondern langsam an die Ausflüge ins unbekannte Terrain gewöhnt werden. Wenn die Tiere zukünftig im ganzen Zimmer Freilauf bekommen sollen, kann man ihnen zunächst einen kleinen Bereich abgrenzen und diesen langsam erweitern. Gleichzeitig kann die Dauer der Ausflüge gesteigert werden. Früher oder später siegt die Neugierde sowieso und die Tiere erkunden ihr neues Reich von ganz allein.