Selbstorganisation par excellence

Kiel. Am vergangenen Freitag standen noch keine konkreten Themen für das BarCamp 2017, das sich im Themenspektrum Computer, Internet und Web 2.0. bewegt, fest – und doch war das Camp im Kieler Wissenschaftszentrum gut organisiert. Wie ist das möglich? Das BarCamp ist eine kostenlose, zweitägige Veranstaltung, bei der die Teilnehmer nicht nur Wissen aufnehmen, sondern auch aktiv weitergeben sollen. Ob Nachfragen, Diskussionen oder am besten eigene Vorträge – das Event steht und fällt mit seinen Teilnehmern. Die erste Idee eines solchen Camps gab es im Jahr 2003, damals noch unter dem Namen FooCamp (Friends of O ’Reilly). Dort lud der Internet-Vordenker Tim O’Reilly ausgewählte Personen zum regen Wissensaustausch ein. Um allen Leuten diese Art des Wissensaustauschs ermöglichen zu können, entstand das BarCamp als Alternative. Das erste BarCamp in Kiel gab es im Jahre 2010. Zu diesem Zeitpunkt besuchten etwa 120 Teilnehmer die Veranstaltung. Mittlerweile ist das BarCamp auf rund 600 Teilnehmer – verteilt auf zwei Tage – angewachsen. Die Organisation klappt dabei trotzdem. Sieben Räume, in denen jeweils sechs Sessions – so heißen die einzelnen Vortragsstunden – stattfinden, standen den Teilnehmern dabei zur Verfügung. Die Verteilung der Räume wurde am Morgen entschieden. Dort stellten die Referenten kurz ihr Vortragsthema vor und per Handzeichen wurde ermittelt, wie die Räume verteilt werden. Ob Handel mit Bitcoins, Podcasting, Datenschutz oder „Kreativ auf Knopfdruck“ – alles rund um Computer, Internet und Web 2.0 wurde präsentiert. Einleitende Worte in die Veranstaltung gab es auch vom Ministerpräsidenten Daniel Günther. Dieser betonte, dass die Digitalisierung ein wichtiger Baustein für die Zukunft sei. Ganz dem Barcamp entsprechend, wurden Meldungen rund um die Veranstaltung auf einer Leinwand festgehalten. Dort konnte man in Echtzeit die Reaktion der Teilnehmer auf das Camp verfolgen. Für Thorsten Mischke, der bereits zum dritten Mal teilnimmt, ist es die Mischung aus lockerer Atmosphäre, aktuellen Themen und guter Organisation, die das Camp für ihn attraktiv macht. Auf das Camp aufmerksam geworden ist er durch einen Freund. Auch Dr. Akuma Saningong hat von einem Freund vom BarCamp erfahren. Der aus Hamburg Angereiste sieht in der Themenoffenheit das größte Potenzial des Camps. Während er erst zum zweiten Mal teilnimmt, hält er schon einen eigenen Vortrag. In seiner Session versuchte er, einen Zusammenhang zwischen Quantenphysik und Persönlichkeitsentwicklung herzustellen. Unterstützt wird das BarCamp durch eine Reihe von Unternehmen, die diese Form des Wissensaustauschs befürworten. „Das BarCamp ist dabei nicht unternehmerorientiert", betont Sebastian Schalk, einer der Verantwortlichen. Doch ohne ihre Unterstützung ginge es nicht. Auch die Größe des BarCamps soll dabei zukünftig beibehalten werden. Dabei muss eine Balance zwischen organisatorischer Machbarkeit und Teilnehmerinteresse gefunden werden. „Man muss auch bedenken, dass die Helfer hierfür ihre Freizeit opfern“, fügt Sebastian Schack hinzu. Wer das nächste BarCamp in Kiel nicht verpassen will, der sollte sich im kommenden Jahr rechtzeitig anmelden, denn es gilt „first come, first serve“ – oder man besucht eines der BarCamps in Flensburg oder Lübeck.sah

Kiel. Am vergangenen Freitag standen noch keine konkreten Themen für das BarCamp 2017, das sich im Themenspektrum Computer, Internet und Web 2.0. bewegt, fest – und doch war das Camp im Kieler Wissenschaftszentrum gut organisiert. Wie ist das möglich? Das BarCamp ist eine kostenlose, zweitägige Veranstaltung, bei der die Teilnehmer nicht nur Wissen aufnehmen, sondern auch aktiv weitergeben sollen. Ob Nachfragen, Diskussionen oder am besten eigene Vorträge – das Event steht und fällt mit seinen Teilnehmern. Die erste Idee eines solchen Camps gab es im Jahr 2003, damals noch unter dem Namen FooCamp (Friends of O ’Reilly). Dort lud der Internet-Vordenker Tim O’Reilly ausgewählte Personen zum regen Wissensaustausch ein. Um allen Leuten diese Art des Wissensaustauschs ermöglichen zu können, entstand das BarCamp als Alternative.

Eröffnete das BarCamp: Schleswig-
Holsteins Ministerpräsident
Daniel Günther.

Das erste BarCamp in Kiel gab es im Jahre 2010. Zu diesem Zeitpunkt besuchten etwa 120 Teilnehmer die Veranstaltung. Mittlerweile ist das BarCamp auf rund 600 Teilnehmer – verteilt auf zwei Tage – angewachsen. Die Organisation klappt dabei trotzdem. Sieben Räume, in denen jeweils sechs Sessions – so heißen die einzelnen Vortragsstunden – stattfinden, standen den Teilnehmern dabei zur Verfügung. Die Verteilung der Räume wurde am Morgen entschieden. Dort stellten die Referenten kurz ihr Vortragsthema vor und per Handzeichen wurde ermittelt, wie die Räume verteilt werden. Ob Handel mit Bitcoins, Podcasting, Datenschutz oder „Kreativ auf Knopfdruck“ – alles rund um Computer, Internet und Web 2.0 wurde präsentiert. Einleitende Worte in die Veranstaltung gab es auch vom Ministerpräsidenten Daniel Günther. Dieser betonte, dass die Digitalisierung ein wichtiger Baustein für die Zukunft sei. Ganz dem Barcamp entsprechend, wurden Meldungen rund um die Veranstaltung auf einer Leinwand festgehalten. Dort konnte man in Echtzeit die Reaktion der Teilnehmer auf das Camp verfolgen. Für Thorsten Mischke, der bereits zum dritten Mal teilnimmt, ist es die Mischung aus lockerer Atmosphäre, aktuellen Themen und guter Organisation, die das Camp für ihn attraktiv macht. Auf das Camp aufmerksam geworden ist er durch einen Freund. Auch Dr. Akuma Saningong hat von einem Freund vom BarCamp erfahren. Der aus Hamburg Angereiste sieht in der Themenoffenheit das größte Potenzial des Camps. Während er erst zum zweiten Mal teilnimmt, hält er schon einen eigenen Vortrag. In seiner Session versuchte er, einen Zusammenhang zwischen Quantenphysik und Persönlichkeitsentwicklung herzustellen. Unterstützt wird das BarCamp durch eine Reihe von Unternehmen, die diese Form des Wissensaustauschs befürworten. „Das BarCamp ist dabei nicht unternehmerorientiert“, betont Sebastian Schalk, einer der Verantwortlichen. Doch ohne ihre Unterstützung ginge es nicht. Auch die Größe des BarCamps soll dabei zukünftig beibehalten werden. Dabei muss eine Balance zwischen organisatorischer Machbarkeit und Teilnehmerinteresse gefunden werden. „Man muss auch bedenken, dass die Helfer hierfür ihre Freizeit opfern“, fügt Sebastian Schack hinzu. Wer das nächste BarCamp in Kiel nicht verpassen will, der sollte sich im kommenden Jahr rechtzeitig anmelden, denn es gilt „first come, first serve“ – oder man besucht eines der BarCamps in Flensburg oder Lübeck.

 

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