Schwimmhalle und Saunalandschaft werden geschlossen

Jahr für Jahr fuhr die MWSH erhebliche Defizite ein. Jetzt beschloss die Gemeindevertretung Schwimmhalle und Saunalandschaft zu schließen. FOTO STOLTENBERG

Ein Zweckverband soll eine Lösung für die Region bringen

Laboe.  Jetzt ist es offiziell: In ihrer vergangenen Sitzung beschlossen Laboes Gemeindevertreter, die Laboer Meeresschwimmhalle zum 31. Oktober/ 1. November, zu schließen, die Saunalandschaft bereits zum 1. April. Mit diesem Beschluss wurde die fast fünfjährige, zum Teil sehr emotionale Diskussion um die Zukunft des Laboer Hallenbades vorerst beendet. Lediglich die GAL (Grüne Aktive Laboe) sprach sich gegen eine Schließung aus. Die anderen Fraktionen hatten sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Jetzt hoffen alle Beteiligten auf die Gründung eines Zweckverbandes mit den Nachbargemeinden, um die bestmögliche Lösung für eine Schwimmhallenversorgung in der Region zu finden.

Nach der Gründung eines Fördervereins und einer Genossenschaft zum Erhalt des Hallenbades ging die MWSH über einen Bürgerentscheid noch einmal in die Verlängerung. Zuletzt sollte ein Gutachten darüber entscheiden, wie zukunftsfähig die MWSH im rundum sanierten Zustand noch sein könnte. Aus dem Gutachten ging allerdings hervor, dass die MWSH, so ein Gutachter, „ihre besten Zeiten lange hinter sich hat“.

Nachdem es in der vergangenen Sitzung zu verbalen Tumulten gekommen war, ließ Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst in der jüngsten Sitzung keinen Zweifel daran, dass man die Gemeindeordnung zu respektieren habe. So gestattete sie höchstens dreiminütige, sachliche und themenorientierte Beiträge und Fragen. Und, so Ulrike Mordhorst: „Es werden keine persönlichen Verunglimpfungen geduldet, bei Missachtung wird Redeverbot erteilt.“

Zur Gründung eines möglichen Zweckverbandes hatte im Vorfeld ein Gespräch mit insgesamt 20 Vertretern von Umlandgemeinden stattgefunden. Und dabei, so Amtsdirektor Sönke Körber, hätten die Umlandgemeinden großes Interesse an einer Schwimmhallenversorgung für die Amtsbereiche Probstei und Schrevenborn bekundet. Körber: „Hierbei steht allerdings im Vordergrund, was das Beste für die Region ist, deshalb können nicht nur Laboer Interessen berücksichtigt werden.“ Auch, so Körber weiter, könne man die Zusammenarbeit mit dem Umland nicht dadurch riskieren, dass Manche in Laboe noch der Ansicht seien, dass, „die Umlandgemeinde in Laboe mit einem voll gepackten Geldkoffer anrauschen.“

Weitere Gespräche mit dem Umland sind geplant. Dass es sich die Fraktionen bei ihrem Beschlucc nicht leicht machten, zeigten die vielen unterschiedlichen Anträge zur Beschlussfassung. Die SPD beantragte, dass sich Laboe gemäß Wirtschaftskraft und Einwohnerzahl gleichberechtigt in einen Zweckverband einbringen sollte. Einstimmig angenommen wurde der Beschlussvorschlag, der schon aus dem Werkausschuss erging, für das Personal ein sozialverträgliches Konzept zu entwickeln, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. (pst)